Mittwoch, 12. Mai 2010

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"Noodle-Eye": Mundl-Buch aufgepeppt?

Hinterberger steigt aus neuem "Mundl" aus Zum Hauptartikel

Zwei Wochen vor Drehstart der Kino-Fortsetzung von "Echte Wiener" zieht Ernst Hinterberger "sein" Buch zurück. Er spricht von "geistigem Vater-Mord".

zwei bilder nebeneinander Namenloses Grauen: Hinterberger (links) untersagt seine Nennung als Autor. Bild rechts: Karl Merkatz im ersten Mundl-Kinofilm "Echte Wiener". DruckenSendenLeserbrief
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Für Teil 1 der Sackbauer-Saga (2008) gab es, dank 372.000 Kino-Fans, das "Goldene Ticket".
Für die Fortsetzung unter dem (Arbeits-)Titel "Die Deppaten und die G'spritzten" - geplanter Drehbeginn: Ende Mai - droht eher der "Eiserne Vorhang". Denn: Ernst Hinterberger (78), Autor und Erfinder der tragenden Kultfigur Mundl (Karl Merkatz), die 1975 ihre ORF -Premiere feierte, verbietet nun schriftlich die Nennung seines Namens in Zusammenhang mit dem Projekt (siehe Faksimile in der "Reaktion").
Die Begründung, die er in einem, dem KURIER vorliegenden Brief an die Produktionsfirma "Bonus Film" verbittert zum Ausdruck bringt: "Ich kann mich mit dem bearbeiteten Drehbuch in keiner Weise identifizieren".
Nachschlag: " Dieser ,Echte Wiener 2' ist rein euer Werk und hat mit mir, egal, ob die Sache ein Erfolg oder Misserfolg wird, nichts zu tun."
Dem spätberufenen Erfolgsschriftsteller aus einfachem Arbeitermilieu verschlägt es beim Interview in der Margaretner Gemeindewohnung (45 m²) die Sprache, als er die gröbsten Sünden an seiner - im November des Vorjahres abgegebenen und ohne sein Einverständnis auf den Kopf gestellten - Urfassung auflistet.

"Schenkelklopfer"

Nur einem Zufall verdankt Ex-Kieberer Hinterberger, der auch für die Serien-Hits "Kaisermühlen Blues" und "Trautmann" verantwortlich zeichnet, die Kenntnis über die letzte Version: "Der ursprüngliche Regisseur (Kurt Ockermüller) , der ja schon längst alles hinwarf, besuchte mich und berichtete mir von der Entstellung des Originals." Klagen könnte er zwar, tut es aber nicht.
Hinterbergers vernichtender Befund im Telegrammstil: "Absurditäten, spekulative Zuspitzungen, Unglaubwürdigkeiten und ein Finale, das plump einer Hollywoodkomödie (The Big Lebowski, Anm.) nachempfunden wurde."
Da soll die Urne des verstorbenen Franz (das "Nudl-aug", das als Bestsellerautor in Irland verunglückt) explodieren und den Trauernden um die Ohren fliegen.
Die neue Regisseurin Barbara Gräftner habe, so Hinterberger, derlei als notwendige Schenkelklopfer erklärt.
Produzent Robert Winkler (siehe Link zur "Reaktion") streut indessen in einem, Montagmittag per Boten übermittelten, handschriftlichen "Friedensangebot", selbst Asche über sein Haupt: "Es tut mir in der Seele weh, dass Fehler passiert sind ... wir stehen unter großem finanziellen und politischem Druck ... Respekt und Dank für die Großzügigkeit."
Doch Hinterberger denkt nicht ans Einlenken. "Mir ist das Geld wurscht. Mir geht's um meine Schöpfung. Auch an einem Hrdlicka-Denkmal derf doch net a jeder herummeißeln ... Dieser Mundl ist ein geistiger Vater-Mord."


Artikel vom 10.05.2010 18:56 | KURIER | Dieter Chmelar


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