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01.02.2009
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Inland
Nach Rehabilitierung von Holocaustleugner

Israel droht Vatikan mit Ende der Beziehungen

Jizchak Cohen (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der israelische Minister Jizchak Cohen empfiehlt den Abbruch der Beziehungen zum Vatikan. ]
Papst Benedikt XVI. steht wegen der kirchlichen Rehabilitierung des Bischofs Richard Williamson, der den Holocaust leugnet, weiter unter Druck. Der israelische Minister für Religionsangelegenheiten, Jizchak Cohen, drohte damit, die diplomatischen Beziehungen Israels zum Vatikan zu beenden. Er empfehle, "die Verbindungen mit einer Körperschaft, in der Holocaust-Leugner und Antisemiten Mitglied sind, vollständig abzubrechen", sagte Cohen dem Magazin "Spiegel".

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, forderte den Papst auf, offen zu legen, was ihn dazu bewogen habe, die Exkommunikation Williamsons und drei weiterer erzkonservativer Bischöfe der Bruderschaft Pius X. zurückzunehmen. "Es wäre schön, wenn die Öffentlichkeit erfahren könnte, an welche Zugeständnisse der Papst diesen Schritt geknüpft hat", sagte Kramer den "Ruhr Nachrichten". Er betonte, dass sich der Papst nicht für Williamson entschuldigen müsse, der den eigentlichen Flurschaden angerichtet habe. Allerdings gebe es "im Vatikan offenbar eine deutliche Akzentverschiebung in Richtung eines katholischen Fundamentalismus". Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte dem "Spiegel", er könne die "Irritationen und Betroffenheit" der jüdischen Gemeinde gut verstehen.

Williamson nimmt Äußerung nicht zurück

Bischof Richard Williamson (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bischof Richard Williamson zog seine Aussagen zum Holocaust nicht zurück. ]
Der rehabilierte Bischof Williamson hatte sich gestern in einem Schreiben an den Vatikan für die durch ihn ausgelösten "unnötigen Verunsicherungen und Probleme" entschuldigt. Er nahm die Holocaust-Leugnung jedoch nicht zurück, sondern sprach lediglich von "unvorsichtigen Bemerkungen" im schwedischen Fernsehen. In dem TV-Interview hatte er erklärt, er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben" seien, aber nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern.

Papst ernennt Ultrakonservativen zum Bischof

Indessen hat Papst Benedikt XVI. den ultrakonservativen österreichischen Priester Gerhard Wagner zum neuen Weihbischof der Diözese Linz ernannt. Der 54-jährige Wagner hatte in den vergangenen Jahren durch umstrittene Äußerungen Schlagzeilen gemacht. So warnte er vor den "Harry Potter"-Büchern von J.K. Rowlings, weil er darin "Satanismus" am Werk sah, und nannte den New Orleans verwüstenden Hurrikan Katrina seinerzeit eine Art göttliche Strafe für eine unmoralische Stadt. Nicht zufällig habe der Hurrikan die fünf Kliniken zerstört, in denen abgetrieben worden sei.

Stand: 31.01.2009 15:47 Uhr
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