Excerpt from Bárðar saga Snæfellsáss, chapter 18

Bárðar saga Snæfellsáss (The Saga of Bárðr, Guardian-Spirit of Snæfell) is an Icelandic saga from the 14th century. Its protagonists are all, uniquely, trolls! Gestr is Bárðr’s son and is visiting the Norwegian king Óláfr Tryggvason, who has just converted the country to Christianity. However, this does not stop the pagan paranormal from erupting into the court at Christmas – in a scene that some may find reminiscent of Sir Gawain and the Green Knight! It is, however, not unusual in the Sagas of Icelanders for revenants and other monsters to appear at Christmas. This is, after all, the darkest time of the year, particularly in Iceland…

“On Christmas Eve, the king sat on his throne with his entire entourage, each in their own place. The people were cheerful and in a good mood because the king was particularly happy. When the people had been drinking for a while, a man walked into the hall. He was big and evil looking, his skin was pale and his eyes unsteady, his beard black and his nose long. This man had a helmet on his head, he wore chain mail and was girded with a sword. He had a gold necklace around his neck and a thick gold ring on his arm. He walked quickly into the hall and to the king’s throne. He did not greet anyone. The people were struck by the sight, but no one spoke to him.

When he had stood before the king for a while, he said, ‘I have come here in such a way that I have been offered nothing by such a great man. I will therefore be all the more generous and offer the man who dares to look for me these treasures that I now carry with me. But that won’t be anyone from this group.’ He then left, but a foul odour lingered in the hall. It frightened everyone. The king ordered the people to sit still until the odour subsided, and the people did as the king told them. But when they checked, many people were lying half-dead or had fainted until the king himself came to them and reads prayers over them. All the guard dogs were dead, except Vígi and Snati, Gestr’s dog.

The king said, ‘Who do you think, Gestr, this man is who has come here?’

Gestr says, ‘I have never seen him before, but my relatives have told me that a king has been called Raknarr, and from these stories I think I recognise him. He ruled over Helluland and many other lands. And after he had ruled for a long time, he had himself and five hundred men buried alive in his ship Raknarsslóði. He murdered his father and mother and many other people. I think it is likely, from what others have told me, that his burial mound is in the north of the uninhabited areas of Helluland.’

The king said, ‘It seems likely to me that you are telling the truth. It is now my request,’ said the king, ‘that you search for these precious artefacts.’

‘This may be called a perilous errand, my lord,’ says Gestr, ‘but I will not shirk it if you equip my journey as you know I will need.’

The king says, ‘I will do whatever it takes so that your journey succeeds.‘”

Stern-Oddis Traum, Teil 4

Heute kommen wir zum vierten und letzten Teil von Stjörnu-Odda draumr! So viel Dichtung habe ich noch nie übersetzt, und es war nicht einfach. Skaldik ist immer eine Herausforderung! Ich habe ein paar einfache kenningar erhalten, um den authentischen Flair dieser Dichtung wenigstens ein bisschen wiederzugeben.

Am Ende habe ich noch eine kurze Bibliographie mit Literatur zu dieser Erzählung angefügt, falls das jemand hilfreich findet. Ich hoffe, dass es mein eigener Artikel durch den peer review schafft und irgendwann im Lauf des Jahres (oder spätestens 2022) erscheint.

In der Zwischenzeit hoffe ich, dass diese kleine Übersetzung allen Leser*innen Spaß gemacht hat, und auch in Zukunft vielleicht ein hilfreiches Tool darstellt.

Wir waren in der Mitte von Kapitel 8 stehen geblieben: Hléguðr ist besiegt, aber es fehlt doch noch etwas, bevor dieser Traum enden kann… oder?

8. Kapitel, Fortsetzung

Dem Skalden Dagfinnr kam in den Sinn, dass niemand dem König mehr Ehre zu zollen hatte als er selbst. Daraufhin ging er auf den Hügel und grüßte den König freundlich und nach höfischer Art. Der König nahm seinen Gruß freudig auf. Dagfinnr sagte dem König Bescheid, dass er aufs Neue ein Gedicht verfasst habe. Er bat darum, dass er es anhören solle, und sagte, dass er es dann vortragen wolle. Der König antwortet, dass er gerne zuhören wolle. Da fing Dagfinnr an und trug das Gedicht vor, und es war ein drápa von 30 Strophen, das er verfasst zu haben schien.[1] Und als das Gedicht zu Ende war, bedankte sich der König besonders freundlich und nahm einen dicken Goldring von seinem Arm und gab ihn Dagfinnr als Lohn für seine Dichtung. Doch Dagfinnr wollte den Ring nicht annehmen und sagte, dass er genug von allem habe, solange der König ihn gesund erhielt.[2] König Geirviðr lässt da verlauten, dass er Dagfinns Ehre in allen Dingen eher vermehren würde, als die jedes anderen Mannes in seinem Reich, und bot ihm an, sich um eine Ehepartie zu kümmern. Er sagte, dass er ihm die Frau beschaffen würde, die er am ehesten wählen wollte, und die man in diesem Land bekommen könne.

Dagfinnr nahm gut auf, wie zu erwarten war, dass der König ihm eine solche Ehre erweisen wollte, und antwortet: „Wenn Ihr das so erfüllen werdet, wie Ihr es jetzt versprochen habt, dann will ich nicht verbergen, dass ich am liebsten die Heiratsgelegenheit wählen will, die Ihr selbst besitzt und über die Ihr am meisten zu entscheiden habt.“ Der König sprach: „Welche Frau ist das, von der du sprichst?“ Dagfinnr antwortet: „Es ist Hlaðreið, Eure Schwester. Sie ist die Frau, nach der mir am meisten der Sinn steht. Andernfalls denke ich, dass nichts aus einer Heirat wird.“ Der König sagte, dass er Dagfinnr nichts verweigern würde, das ihm seine Ehre zu vermehren schien. Hlaðreið, die Schwester des Königs, war zu diesem Zeitpunkt heiratsfähig und dennoch sehr jung, aber sie war die schönste und feinste aller Frauen und in jeder Hinsicht tüchtig. Und ob man nun länger darüber spricht oder kürzer, es geschah so, dass Hlaðreið dem Skalden Dagfinnr versprochen wurde. Dann wurde dorthin eingeladen und das würdevollste Fest abgehalten mit der besten Ausstattung, denn an nichts mangelte es dort, was man brauchte. Auch alle besten Leute des Landes waren dort. Nun wurde ihre Heirat mit der größten Ehre und Pracht begangen. Und als das Fest endete, da fuhr ein jeder nach Hause, der dorthin gekommen war. Und zwischen Dagfinnr und Hlaðreið entwickelte sich bald eine große Liebe, und ihre Ehe war überaus gut.

Und als Dagfinns Lebensverhältnisse so höfisch geworden waren, wie nun erzählt wurde, da war der Traum zu Ende, und dort wachte der auf, der tatsächlich Oddi war.

9. Kapitel

Dann dachte Oddi über seinen Traum nach und erinnerte sich an alles, sowohl den ersten Teil [des Traumes] wie auch den zweiten. Und er erinnerte sich auch an das Preisgedicht, das er im zweiten Teil gesprochen zu haben schien, und er erinnerte sich nicht an mehr als an diese elf Strophen, die nun hier geschrieben sind und so beginnen:

6) Geirviðr trieb vorwärts seine Fahrt
sodass die Schiffe auf Sturzwellen
aus dem Seetang glitten
und die Windpferde [Schiffe] im Wind kreuzten.
Kühne Männer gelangten segelnd
im sturmgefährlichen Wetter nach Höfði;
der Sturm trieb die Segel
gegen den Mastkopf über ihren Köpfen.

7) Das Langschiff glitt schnell
auf üblen Wellen;
rechtschaffene Männer fuhren
auf dem Bug hervorragender Rosse [Schiffe].
Dort sah ich die prächtige Fahrt
berühmter Männer.
Wahrlich, Geirviðr ist
König der gautischen Männer.

8) Wir Schlachttreiber segelten
als Flotte vor Hofshöfði,
trieben die Schiffe zum Land
– gut war der Rat der Königsmänner –
bis die Siegesbewussten im Síldasund,
die weisen Männer, mit Speeren
die Krieger, ihre Feinde, erreichten.

9) Die Verminderer der Schwerter
der Schildmaiden [Krieger] warteten,
die achtsamen Männer
lagen in der Buch;
die Männer konnten
des Heeres breite Flotte sehen.
Die Gefolgschaft des Prinzen zog den Helm an,
die, die Verteidigung meiden.

10) Bald erwachten die Männer
beim Schlachtruf der Leute,
als Hléguðs Pferde des Meeresstroms [Schiffe]
eilig vorwärts stürmten,
und beherzt griffen
die Freunde des Herrschers an.
Wahrlich, Geirviðr ist
König der gautischen Männer.

11) Der Forderer des Helmes [Krieger],
Nachkomme von Königen,
ließ die Schlacht anwachsen;
die Kampfesröte schien
weit von der heftigen Schlacht.
Dunkel färbte sich das Meer vom Blut,
als das Heer die Sturmrede [Schlacht] suchte.

12) Dort geschah ein Zusammenprall der Schwerter,
zusammen stießen sie in der Schlacht,
Kampf überzog das Land,
denn das Heer des Königs griff tapfer an.
Geirviðr, der Speerschwinger, erschlug
mit dem Speer in dieser Schlacht.
Ich sah das blutige Blutruder [Speer],
Blut spritzte um die Köpfe der Männer.

13) Das Heer, das der Fürst führte,
Erzeugte einen Sturm mit seiner Wucht;
Mancher König ist berühmt
in der Gesellschaft wohlgeborener Herrscher.
Ich habe nicht erfahren, dass eine Fahrt
berühmter Männer besser verlaufen wäre.
Wahrlich, Geirviðr ist
König der gautischen Männer.

14) Hier sah ich die schonungslosen
Untaten Hléguðs,
zornig, mit einem Wolfskopf,
rasend wütete sie.
Das Maul eines Trolls sah ich
mit den Zähnen das Fleisch der Männer kauen.
Mit den Speeren des Mundes [Zähnen]
griff sie hart an.

15) Von einem Schiff
zum anderen lief ich
bis ich zum Prachtross Gylfis [Schiff]
zu den Königsmännern kam
und dem Fürsten sagte,
wie grimmig sie sich
in der Schlacht gebarte,
die Göttin des Meeresglanzes [Frau].

16) Der Herr sah hierher,
wo die Göttin des Goldes [Frau]
einen Wolfskopf
auf den Schultern trug.
Der berühmte König,
der Kriegsfrohe, der nicht wich,
ließ die Göttin des Meeresfeuers [Frau]
über Bord fallen.

Nun ist dieser Traum beendet, den Stern-Oddi träumte, nach dem, was er selbst gesagt hat. Und diese Erscheinung mag gewiss wundersam und unerhört scheinen, und doch scheint es den meisten wahrscheinlich, dass er genau das erzählt hat, was ihm im Traum zu geschehen schien, denn Oddi wurde für sowohl weise als auch aufrichtig gehalten. Und es ist auch kein Wunder, dass die Dichtung hölzern klingt, weil sie im Schlaf verfasst wurde.[3]


[1] Durch die indirekte Formulierung zeigt sich hier, dass die Traumerzählung wieder in den Vordergrund gerückt wird. Die Verse werden dadurch also erneut distanziert.

[2] Dagfinnr lehnt also zweimal die übliche Bezahlung für Skalden ab. In einer Traumepisode in Gull-Þóris saga finden wir vielleicht die Erklärung für dieses Verhalten: dort findet der Protagonist Þórir alle Gegenstände, die ihm im Traum gegeben wurden, auch im wachen Zustand bei sich vor. Eine Frau kann man aber vielleicht nicht aus dem Traum mitnehmen, weshalb die Eheschließung als weniger greifbarer Lohn das Spiel mit der Fiktionalität in diesem Text eher zulässt.

[3] Die Strophen sind tatsächlich nur mit vielen Korrekturen lesbar.

Bibliographie

Manche dieser Artikel empfehle ich, mit Vorsicht zu genießen. Der Erzählung wird zugeschrieben, rein ironisch oder satirisch oder gar eine Parodie zu sein. Diese Meinung hat leider viel Forschung zur spätmittelalterlichen Literatur Islands beeinflusst. Sicher können nicht alle Texte des 14. und 15. Jahrhunderts Parodien sein?

Allard, Joe, ‘Oral to Literary: kvöldvaka, Textual Instability, and All That Jazz’, Sagas and Societies Conference, Borgarnes, 2002, http://hdl.handle.net/10900/46211

Andrén, Anders, ‘Is It Possible to Date a Fornaldarsaga? The Case of Star-Oddi’s Dream’, in Nordic Mythologies: Interpretations, Intersections, and Institutions, ed. by Timothy R. Tanghlerini (Berkeley: North Pinehurst Press, 2014), pp. 173–83

Hui, Jonathan, ‘The Fornaldarsaga in a Dream: Weaving Fantastical Textures in Stjörnu-Odda draumr’, Quaestio Insularis, 17 (2016), 48–73

O’Connor, Ralph, ‘Astronomy and Dream Visions in Late Medieval Iceland: Stjörnu-Odda draumr and the Emergence of Norse Legendary Fiction’, JEGP, 111 (2012), 474–512

Rowe, Elizabeth Ashman, ‘Þættir — A Case Study: Stjörnu-Odda draumr’, in A Critical Companion to Old Norse Literary Genre, ed. by Massimiliano Bampi, Carolyne Larrington, and Sif Rikhardsdottir (Woodbridge: D.S. Brewer, 2020), pp. 259–70

Stern-Oddis Traum, Teil 3

Ein frohes neues Jahr allen Lesern!

Heute geht es weiter mit unserer Geschichte von Stern-Oddi. Hléguðr Jarlstochter hat gerade König Geirviðr die Nachricht überbringen lassen, dass er ihr entweder die Hälfte seines Reichs übergeben, oder aber mit ihr kämpfen soll. Wie wird er sich wohl entscheiden? Und was passiert mit Oddi/Dagfinnr? Finden wir es heraus!

In diesem Teil sowie dem nächsten finden wir nun auch Strophen, die ich habe so zu übersetzen versucht habe, dass sie lesbar sind. Wer sich für die Stilmittel in diesen Texten interessiert, sei an Tarrin Wills’ Ausgabe der beiden Gedichte verwiesen, die in Skaldic Poetry of the Scandinavian Middle Ages 5: Poetry in Sagas of Icelanders erscheinen wird, bzw. an die Ausgabe des gesamten Textes in Íslenzk fornrit 13.

7. Kapitel

Nun muss davon weitererzählt werden, dass die Gesandten Hléguðs – sie waren Schildmaiden – zum Hof des Königs fuhren und ihm ihr Anliegen vortrugen. Und als er Hléguðs Bedingungen hörte, antwortete er schnell in dieser Art: „Je ungleicher die Wahlmöglichkeiten, desto schneller kann man sich entscheiden, und ich will lieber mit ihr kämpfen, als mein Reich ihrer feindseligen Gewalt zu überlassen.“ Die Gesandten fuhren zurück zu Hléguðr und sagten ihr, was passiert war, und ihr gefiel der Ausgang ihrer Fahrt außerordentlich gut.

Nun ist zu erzählen, dass König Geirviðr aus dem ganzen Reich sein Heer zusammenkommen lässt, und jeder Mann, der ein Schild führen oder einen Speer werfen kann, soll auf diesen Feldzug fahren. Es ist zu berichten, dass eine Landzunge auf der einen Seite der Bucht verlief, die Hofshöfði (Tempel-Landzunge) heißt, und dort sollte sich das ganze Heer des Königs treffen.[1] als König Geirviðr fertig vorbereitet war, führte er alle zu den Schiffen. Der Skalde Dagfinnr war auch dabei. Doch beim Abstieg in Richtung der Schiffe passierte etwas, was erzählt werden muss, auch wenn es von geringer Bedeutung scheint: Dagfinnrs Schnürsenkel ging auf. Und als er den Senkel binden will, wachte er auf und war Oddi, wie zu erwarten war, und nicht Dagfinnr. Nach diesem Ereignis ging Oddi nach draußen und schaute nach den Sternen, wie er es immer gewohnt war, nachts hinauszusehen, wenn man Sterne sehen konnte. Da erinnerte er sich an den Traum und an alles, außer dem Gedicht, das er im Traum verfasst zu haben schien, abgesehen von diesen Versen, die hier geschrieben sind:[2]

1) Im Osten
in Jöruskógr
waren zwei Brüder
erfüllt von Hass,
und viele Male
überfielen sie Männer,
mit Mordgedanken,
wegen ihres Geldes.

2) Doch der Herrscher,
der die Wölfe fütterte,
hatte ein hartes,
ruhmbereites Herz.
Der schlacht-tapfere
König Geirviðr
fällte beide,
Garpr und Gnýr.

3) Rechtschaffen beschloss
den Reichtum zu teilen
Hróðbjarts Sohn,
ehrte die Männer,
Söhne der Leute,
mit dem Besitz,
den die Verräter
angesammelt hatten.

4) Kampfestapfer ließ er
Ringe verteilen
an Verwandte der Männer,
der Herrscher der Gauten,
so dass alle Gefolgsleute
silbernes Gehänge
für den Falkensitz [Arm]
erhielten.

5) Dagfinnr wird
mit ruhmvoller Sprache,
mit Lobesworten,
das Gedicht beenden.
Zieh guten Nutzen
aus Ruhm und Land,
weiser Herrscher
des gautischen Volkes.

8. Kapitel

Und als Oddi so lange draußen gewesen war, wie es ihm gefiel, ging er hinein in sein Bett und schlief sofort ein, und er träumte wie beim ersten Mal, von der Stelle, an der er aufgewacht war. Ihm schien, dass er den Schnürsenkel gebunden hatte und Dagfinnr war und zum Schiff eilte. So schien es ihm im Traum, dass er der Steuermann eines Schiffs sein sollte. Und als sie zur Fahrt bereit waren, fuhren sie mit der Flotte, bis sie zur Landzunge kamen, und dort traf sich das ganze Heer des Königs, und dann segelten sie zum Síldasund. Da wird auch gesagt, dass die Schildmaid Hléguðr dort hingekommen war und mit ihrer Flotte vor der Bucht lag und sie hatte ein ungeheuer großes Heer, das ganz zur Schlacht bereit war.

Sofort griffen sie einander an und stießen mit heftigem Angriff zusammen, und es war die härteste Schlacht, und bald fielen Männer in beiden Heeren. Doch die Schlacht hatte noch nicht lange angedauert, als mehr Männer auf der Seite des Königs fielen, und seine Schiffe leerten sich sehr.

Es wird auch erzählt, dass Hléguðr während des Tages nicht in der Schlacht gesehen wurde, obwohl die Männer des Königs sehr nach ihr suchten, und das schien verwunderlich. Doch nachdem dies eine ganze Weile so gegangen war, sah Dagfinnr sich mit seiner Klugheit um, und da sah er Hléguðr, und sie war auf das Schiff des Königs gekommen, und hatte sich sehr verändert. Ihm schien, dass sie einen ungeheuer großen und trollischen Wolfskopf trug, und mit diesem Kopf biss sie nach den Männern des Königs.[3]

Doch als Dagfinnr dieses Wunder sah, da verließ er das Schiff, das er steuerte; es war weit weg vom Schiff des Königs. Er lief dann von einem Schiff zum nächsten, bis er auf das Schiff des Königs kam, und dort erzählte er dem König, was los war und welche unerhörten Dinge gerade geschahen. Dann zeigte Dagfinnr dem König, wo Hléguðr war, sodass er sie sehen konnte, doch der König vermochte sie wegen ihrer Zauberei nicht wahrzunehmen. Aber er sah, dass seine Männer reihenweise fielen. Da bat Dagfinnr den König, unter seiner linken Hand hindurchzublicken, und als er das tat, konnte er Hléguðr sehen. Dann gingen beide zusammen vom Heck zum Segel. Da sprang der König mit gezogenem Schwert nach vorn, und sobald er in Reichweite von Hléguðr kam, schlägt er mit dem Schwert nach ihr, und der Schlag trifft ihren Hals, und er schlug ihr den Kopf ab, und er fiel über Bord.

Als sie gefallen war, bot der König den Männern, die Hléguðr gefolgt waren, die Wahl, ob sie noch weiter mit ihm kämpfen oder sich ihm ergeben wollten. Schnell entschieden sie, sich in die Gewalt des Königs zu begeben. Und als Geirviðr von der Schlacht davonfuhr, unterwarf er sich das gesamte Reich und setzte Verwalter darüber ein und befriedete so das ganze Land.[4]

Danach fuhr der König heim, und für ihn wurde ein ehrenvolles Fest veranstaltet. Danach wurde eine Versammlung einberufen, die zahlreich besucht war. Dort wurde König Geirviðr aufs Neue auf den Stuhl gesetzt und auf den gleichen Hügel gehoben wie zuvor, und nun wurde er zum König und Herrscher über ganz Gautland genommen. Ein Vorsteher nach dem anderen ging auf den Hügel und erwies dem König Ruhm und Ehre, jeder nach der Art, wie er es vermochte.


[1] Hofshöfði ist auch der Name einer Landzunge in der Nähe der Insel Flatey in Nordisland, auf der Oddi seinen Traum gehabt haben soll. Hier wird also über die Geographie der Traumwelt eine Verbindung zur realen Welt hergestellt.

[2] Die Verse hören wir also nicht in Oddis eigener Stimme, sondern extradiegetisch direkt vom Verfasser. In seinem Aufsatz zu Stjörnu-Odda draumr weist Ralph O’Connor auch darauf hin, dass die Verse in den Handschriften in eigenen Kapiteln enthalten sind und somit noch weiter von der Prosaerzählung separiert werden.

[3] Die Implikation hier ist, dass Dagfinnr besondere Fähigkeiten hat, mit der er diese Illusion durchschauen kann. Das sieht man manchmal bei großen Sagahelden: auch Hörðr kann Illusionszauber durchschauen, selbst wenn andere geblendet werden. Übeltäter und Feinde erscheinen oft in Wolfsform, sei es in Träumen (als Vorzeichen), oder wie hier mit einem Wolfskopf.

[4] Das Wort für Verwalter hier ist „sýslumaðr“. Dieses Amt wurde erst in Island eingeführt, nachdem das Land 1262–64 an die norwegische Krone fiel.

Stern-Oddis Traum, Teil 2

Es geht weiter mit Stern-Oddi! Gerade hat er geträumt, dass auf dem Hof Múli, wo er arbeitet, ein Mann eine Saga erzählt: Sie spielt in Gautland und handelt vom jungen König Geirviðr, der seinen Vater früh verloren hat und sich jetzt als Herrscher beweisen muss. Dazu hat Geirviðr beschlossen, gegen zwei Übeltäter oder Berserker zu kämpfen, und nur sein Skalde Dagfinnr will ihn begleiten. Doch jetzt wird es interessant…

4. Kapitel

Doch als dieser Mann, Dagfinnr, in der Saga erwähnt wurde, passierte etwas sehr Wundersames. Dies geschah in Oddis Traum, dass Oddi selbst dachte, er wäre dieser Mann, Dagfinnr, aber der Gast, der die Geschichte erzählt hatte, kommt in der Geschichte und dem Traum nicht mehr vor. Doch Oddi dachte dann, dass er selbst alles sehen und wissen würde, was von nun an im Traum passiert. Und nun muss der Traum so erzählt werden, wie er sich Oddi selbst zeigte, und er dachte jetzt, er wäre Dagfinnr und würde sich mit dem König Geirviðr auf die Reise machen.

Als sie ganz vorbereitet waren, ritten sie zu zweit mit ihren Waffen, bis sie zum Jöruskógr kamen und dorthin wo die Übeltäter sich wahrscheinlich aufhielten. Dort war der Wald solcherart beschaffen, dass eine breite Straße durch ihn führte. Als sie tief in den Wald vorgedrungen waren, wird gesagt, dass vor ihnen ein hoher Hügel auftauchte, der nach allen Seiten steil abfiel. Sie kletterten auf den Hügel und wollten sich von dort umsehen und schauen, welcher Neuigkeiten sie gewahr werden konnten. Auf dem Hügel war viel Geröll. Von dort konnten sie weit in die Ferne sehen. Sie sehen, wo zwei Männer gehen. Sie waren groß gewachsen und gingen sofort in Richtung des Hügels, auf dem der König und Dagfinnr standen. Diese Männer waren beide gut bewaffnet. Doch als der König und Dagfinnr die Männer sahen, glaubten sie zu wissen, dass es sich um Garpr und Gnýr handelte. Da sprach Dagfinnr: „Mein Herr, ich muss Euch gestehen, dass ich nicht besonders gewohnt bin zu kämpfen, und ich vertraue wenig auf meinen Mut oder meine Kampfkünste. Nun will ich, dass Ihr zwischen zwei Optionen wählt, ob Ihr eher wollt, dass ich mit Euch gegen die Berserker kämpfe, oder dass ich Euren Kampf vom Hügel aus beobachte und anderen dann davon erzählen kann?“ Der König antwortete: „Wenn es für dich nicht eindeutig ist, dann scheint es mir das einzig Richtige, dass du auf dem Hügel bleibst und von hier unseren Kampf beobachtest und nicht in die Nähe unserer Auseinandersetzung kommst.“

Dagfinnr tut, was der König ihm sagte, und blieb auf dem Hügel zurück und kommt nicht in ihre Nähe. Ihm scheint es sehr ratsam, dass der König selbst vom Hügel herab die Räuber angreifen solle. Man kann nicht sicher sagen, wie die Hiebe zwischen ihnen fielen, und deshalb werde ich die Erzählung abkürzen,[1] denn am Ende ist das zu erzählen, dass das Schicksal entschied. Denn dem König wurde Leben und Glück zuteil, sodass er beide Übeltäter besiegen konnte, und sie starben an den großen Wunden, die ihnen der König beigebracht hatte.

Und nachdem die Übeltäter gefallen waren, gingen der König und Dagfinnr weiter auf der Straße und kommen an eine Stelle, von der aus ein kleiner Pfad von der Straße in den Wald hinein abzweigte. Sie folgten ihm für eine kurze Weile, bevor sie zu einer großen Lichtung kamen, auf der ein Haus stand. Das Haus war groß und fest gebaut und mit starken Schlössern verschlossen, aber der Schlüssel war im Türrahmen versteckt. Sie schlossen die Tür auf und gingen hinein. Das Haus war im Inneren gut eingerichtet und fast ganz voll mit aller Art von Reichtümern. Sie blieben über Nacht dort und es fehlte weder an gutem Essen noch Trinken. Am Morgen machten sie sich auf den Heimweg und verbargen die Leichen der Räuber.

Als der König nach Hause in sein Reich kam, wurde er wegen seiner Heldentat und seines ausgezeichneten Siegs in vielen Ländern berühmt. Alle Freunde und Verwandten des Königs freuten sich, dass er mit so einem glücklichen Sieg nach Hause gekommen war, und es schien den Leuten, dass er beinah aus Hel gerettet worden war, wie es auch war.[2]

5. Kapitel

Nach all diesen Begebenheiten ließ der König eine Versammlung einberufen, und eine große Menge an Menschen kommt dort zusammen. Als dieses stark besuchte Treffen begann, verkündete der König die großen Neuigkeiten, und es schien allen der größte Ruhm, wie es auch war, dass der König alleine solche Krieger besiegt hatte. Danach beauftragte König Geirviðr, dass Leute das Haus aufsuchen sollten, in dem die Übeltäter so viel Reichtum angehäuft hatten. Dort sollte jeder den Besitz an sich nehmen, den er verloren hatte, doch alle gaben dem König ihre Besitztümer. Sie sagten, dass es am besten sei, dass er sie habe, und er habe sie schon vollständig entlohnt. Dann ließ der König die Reichtümer holen und beanspruchte sie für sich. Danach veranlasste der König Bauarbeiten und die Leute bauten dem König den Hügel, auf dem er sitzen sollte.[3] Dann wurde der König auf den Stuhl gesetzt, der auf dem Hügel stand, und die Leute erhöhten noch mehr sein Ansehen und gaben ihm aufs Neue teure Präsente und ehrten ihn, wie sie am ehesten vermochten.[4]

Das wird weiter erzählt, dass Dagfinnr, dem Skalden, in den Sinn kam, dass niemand mehr verpflichtet war, den König mit einem Gedicht zu ehren, als er selbst. Dann geht er auf den Hügel zum König und fiel vor ihm auf die Knie und verneigte sich und grüßte ihn ehrerbietig. Er sagte, dass er ein Gedicht über den König verfasst habe und bat ihn, es anzuhören. Der König stimmte dem freudig zu. Da fing Dagfinnr an zu sprechen und trug das Gedicht vor, und es war ein flokkr.[5] Und als das Gedicht zu Ende war, da dankt der König ihm und alle, die dort dabei waren, und sie sagten, dass es gut verfasst sei und ihrem König zu Ehre und Ansehen gereiche. Als der König hörte, dass alle sich positiv über das Gedicht äußerten und es lobten, da wollte er großzügig werden und das Gedicht königlich lohnen, und er will dem Skalden einen großen Goldring geben, den er am Arm hatte. Doch Dagfinnr wollte den Ring nicht annehmen und sagte, dass es ihm Dank genug sei, Ehre und Respekt vom König zu bekommen. Doch Reichtümer, sagte er, brauche er nicht von ihm anzunehmen, und er hatte genug, solang er ihn gesund erhält, – „und doch gibt es viele andere, die von Euch Geld erbitten werden.“ Dem König gefällt das gut.

6. Kapitel

Als nächstes ist von diesen Neuigkeiten zu berichten, dass Hjörguðr, Jarl Hjörvarðs Frau, gefährlich krank wurde, und man muss nicht viel darüber sagen, denn Hjörguðr stirbt an dieser Krankheit. Sie wurde betrauert und begraben, wie es in vergangenen Zeiten Brauch und Sitte für reiche Frauen war. Der Jarl schien dies ein großer Verlust, wie zu erwarten war, und er trauerte sehr um seine Frau, und viele andere mit ihm.

Es verging nicht viel Zeit, bevor seine Freunde ihn dazu anregten, sich eine neue Frau zu suchen. Er fragte, wo sie eine gute Partie für ihn sahen, die ihm Ehre bringen würde. Sie hielten es für ratsam, um die Hand von Königin Hildigunnr anzuhalten, und sagten, dass dieser Rat eine große Unterstützung für ihn sei, wenn er sie bekommen könne. Und nachdem dies dem Jarl mehrfach dargelegt wurde, sah er die Dinge genauso, denn er war ein weiser Mann. Er beginnt seine Werbung und bittet um die Hand der Königin Hildigunnr. Sie war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht mehr als vierzig Jahre alt und schien in allen Dingen eine gute Partie. Und ob man nun länger oder kürzer darüber spricht, so wurde es beschlossen, dass die Königin Jarl Hjörvarðr heiraten sollte, und ihr Sohn, der König, stimmte dem zu. Es wurde zu einem prächtigen Fest eingeladen und mit viel Ansehen und Ehre auf die Eheschließung zwischen Jarl Hjörvarðr und Königin Hildigunnr getrunken. Und als das Fest zu Ende war, fährt ein jeder wieder nach Hause. Bald entwickelt sich eine große Liebe zwischen ihnen, und ihre Beziehung ist würdevoll und nicht lang, bevor sie eine Tochter bekommen; sie wurde Hlaðreið genannt.

Es wird gesagt, dass das Zusammenleben des Jarls und der Königin nach der Geburt von Hlaðreið nicht lange dauerte, bevor es geschah, dass der Jarl krank wird, und die Krankheit verläuft so, dass er daran stirbt. Das schien allen ein großer Verlust, denn er war ein ansehnlicher Herrscher. Nach diesen Neuigkeiten setze König Geirviðr seine Männer über dem Gebiet ein, das der Jarl beherrscht hatte, und eignet es sich an. Diese Nachrichten verbreiten sich weit, wie zu erwarten war bei dem Tod eines solchen Herrschers.

Es geschieht, dass Hléguðr, die Tochter Jarl Hjörvarðs, dort von den Neuigkeiten hört, dass ihr Vater gestorben war, wo sie auf Heerzug ist und Wikinger unterwirft. Sie reagiert auf diese Nachrichten, indem sie ihr ganzes Heer nach Gautland wendet und dort Krieg führt. Und es kommt dazu, dass sie sich das ganze Reich, das ihr Vater regiert hatte, unterwarf. Danach schickt sie Leute zu König Geirviðr und fordert ihn auf ihr zu sagen, ob er ihr entweder sein halbes Königreich und Kontrolle darüber übergeben wolle, oder ob er sich und seine Leute vorbereiten wolle, mit seinem Heer gegen sie in die Bucht zu ziehen, die Síldasund (Heringsbucht) heißt, und dort gegen sie zu kämpfen. Und der solle Vorteil und Sieg davontragen, dem das Glück gewogener sei…

Dun dun duuun!

Mit diesem Cliffhanger wünsche ich allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2021! Teil 3 gibt es dann im neuen Jahr.


[1] Kommentare des Erzählers in der ersten Person sind sehr selten in der Sagaliteratur!

[2] Der Satz „ór helju heimt (hafa)“ wird häufig benutzt, wenn Sagahelden aus besonders gefährlichen, besonders paranormalen, Situationen erfolgreich herauskommen. Hörðr beispielsweise scheint „aus der Hel entkommen zu sein“, nachdem er den untoten Berserker Sóti bekämpft hat.

[3] Es war wohl eine weit verbreitete Sitte, dass Herrscher auf Hügeln saßen – oder von ihnen hinabrollen konnten, wenn sie nicht mehr herrschen wollten.

[4] Für „Geschenke“ wird hier „presentur“ gebraucht, ein Lehnwort aus dem Lateinischen.

[5] Ein Gedicht, meist in skaldischen Versmaßen, das – im Gegensatz zum drápa – keinen Refrain hat.

Stern-Oddis Traum, Teil 1

Stjörnu-Odda draumr, Stern-Oddis Traum – Die Geschichte von Stern-Oddi Helgason, der einen merkwürdigen und einzigartigen Traum hat, fasziniert mich nun schon seit einiger Zeit. Ich bin während meiner Recherche zu Erzählwelten in der Sagaliteratur auf diesen þáttr, diese Erzählung, gestoßen, habe aber schnell festgestellt, dass es wohl keine deutsche Übersetzung gibt. Auf Englisch wurde die Geschichte zweimal übersetzt, von Marvin Taylor in The Complete Sagas of Icelanders, vol. 2, und von Ralph O’Connor in seinem Icelandic Histories and Romances.

Deshalb, und als eine Art Feiertagsunterhaltung für die, die mir in Echtzeit zwischen Weihnachten 2020 und Dreikönig 2021 folgen werden, folgt hier jetzt eine Übersetzung der Geschichte von Stern-Oddi und seinem Traum, zusammen mit einigen Kommentaren und Annotationen. Die Übersetzung ist bewusst möglichst eng am Text und gibt alle Traumfloskeln, Kommentare des Erzählers und ähnliche Stilmittel wieder. Sie folgt der Ausgabe in Íslenzk fornrit 13. Ich habe vier Teile geplant, die ich in den nächsten Tagen übersetzen und posten werde. Vielleicht eignet es sich auch als Teaser für die größere (Neu-)Übersetzung der sogenannten “nachklassischen” Isländersagas, an denen ich momentan mit einigen Kolleg*innen sitze? Anders als der geplante Band ist diese Übersetzung hier aber nicht druckreif. Wenn ihr Fehler oder Ungenauigkeiten findet, sagt mir das gerne und ich werde sie korrigieren.

Jetzt wünsche ich aber viel Spaß beim Lesen – hoffentlich wird euch diese Geschichte genauso gut gefallen wie mir selbst!

Stern-Oddis Traum

1. Kapitel

Ein Mann hieß Þórðr, er lebte in Múli im Norden, in Reykjardalr. Dort hielt sich ein Mann bei ihm auf, der Oddi hieß und der Sohn von Helgi war. Er war so bewandt in der Kalenderberechnung, dass zu seiner Lebzeit in ganz Island niemand ihm ebenbürtig war, und auch in vielen anderen Dingen war er weise. Er war weder ein Skalde noch in der Dichtkunst bewandt. Es wird vor allem über seinen Rat und seine Besonnenheit gesagt, dass Menschen es für wahr hielten, dass er nie log, wenn er die Wahrheit zu sagen wusste.[1] Er war auch in allen Dingen rechtschaffen und der vertrauenswürdigste Mann.

Es ist davon zu berichten, dass diesem Mann, Oddi, eine wundersame Begebenheit geschah. Er fuhr von seinem Heim nach Flatey, weil Þórðr, sein Hausherr, ihn zum Fischen dorthin geschickt hatte. Nichts anderes ist zu berichten, als dass die Reise zur Insel gut verlief. Dort wurde er mit guter Gastfreundschaft aufgenommen. Es ist nicht überliefert, wer dort lebte. Aber es ist davon zu berichten, dass am Abend, als die Leute ins Bett gingen, Oddi gut und bequem eingerichtet wurde. Und weil er müde von der Reise und das Bett so bequem war, schlief Oddi schnell ein. Und er träumte sofort, dass er daheim in Múli sei, und ihm schien dort ein Gast angekommen zu sein, und dass die Leute abends ins Bett gingen.[2] Er dachte, dass der Gast dann um Unterhaltung gebeten würde, und er begann und erzählte eine Saga, die so anfing.

2. Kapitel

Hróðbjartr hat ein König geheißen, er herrschte über Gautland im Osten.[3] Er war verheiratet und seine Frau hieß Hildiguðr. Sie hatten als einziges Kind einen Sohn, der Geirviðr hieß. Er war früh schön und intelligent und in allen Dingen männlicher als seine Gleichaltrigen, doch er war ein Kind, als die Saga geschah.

Es ist davon zu berichten, dass der König Hróðbjartr den Jarl zur Verwaltung über ein Drittel seines Reiches eingesetzt hatte, der Hjörvarðr hieß. Er war ebenfalls verheiratet, und seine Frau hieß Hjörguðr. Sie hatten als einziges Kind eine Tochter, sie hieß Hléguðr. Von ihr wird gesagt, dass sie in ihrer Kindheit unfügsam war und immer schwieriger wurde, je älter sie war. Es wurde auch gesagt, dass sie sich in ihrem Verhalten nie in weibliche Sitten fügen wollte. Es war immer ihre Gewohnheit, in Rüstung und mit Waffen aufzutreten, und wenn sie mit jemandem nicht einer Meinung war, brachte sie ihm entweder schlimme Wunden bei oder brachte ihn um, wenn es ihr nicht gefiel.[4]

Aber wegen ihrer Ungerechtigkeit schien Jarl Hjörvarðr, ihrem Vater, dass er sich nicht mit ihrem schwierigen Charakter abfinden konnte. Er sagte ihr klar, dass es so nicht weitergehen könne, und dass er es ihr nicht mehr durchgehen lassen würde, wenn sich nicht etwas verbesserte, – „ansonsten verlasse mein Gefolge sofort.“

Aber als Hléguðr Jarlstochter von ihrem Vater hörte, dass er sie aus seinem Gefolge entlassen würde, da antwortete ihm damit, dass sie dort nicht mehr verweilen wollte. Sie bat ihren Vater, dass er ihr drei Langschiffe mit Ausrüstung und Besatzung geben und sie so gut ausstatten solle, dass es selbst ihr gut erscheinen würde. Wenn es so geschähe, würde ihr das gut gefallen, auch wenn sie dann davonfahren müsse. Jarl Hjörvarðr wollte gern alles tun, damit sie so schnell wie möglich fortgehe, denn ihm schien, wie es auch war, dass von ihrer Anwesenheit große Schwierigkeiten ausgingen.

Danach ließ er drei Langschiffe aufs Beste ausstatten. Und als dieses Heer ausgerüstet war, fährt Hléguðr Jarlstochter mit ihm außer Landes und auf Heerfahrt und Wiking, wo sie sich Reichtümer und Ruhm verschaffte. Es wird gesagt, dass sie nicht mehr ins Land zurückkam, während ihr Vater lebte.

Doch die Saga muss an anderer Stelle fortgesetzt werden. Denn als Geirviðr, der Sohn von König Hróðbjartr, acht Jahre alt war, wurde der König krank, und man muss nicht lange davon berichten, denn es geschieht so, dass der König an der Krankheit stirbt. Um solch einen Herrscher schien es allen seinen lieben Freunden und Vertrauten ein großer Verlust, was es auch war, und so dachte auch das ganze Volk. Dann wurde ein ehrenvolles Fest arrangiert und dazu die reichsten Menschen und größten Herrscher eingeladen, die im Land lebten. Zudem wurde auch jeder Mensch eingeladen, der dorthin kommen wollte, innerhalb wie außerhalb des Landes, sodass niemand uneingeladen auftauchen würde. Doch nachdem das Fest so ausgerichtet war und eine große Menschenmenge dorthin kam, wurde mit großem Ansehen und Ehre auf das Erbe von König Hróðbjartr getrunken, wie es seinem Rang und seiner ehrenvollen Würde geziemte. Und als die Trauerfeier zu Ende war, wurde der König nach alter Sitte in einem Grabhügel begraben, wie es damals Brauch unter Adeligen war.

3. Kapitel

Nun ist davon zu berichten, nach diesen großen Ereignissen, die sich dort im Land zugetragen hatten, da schien es allen weisesten Männern und den besten Freunden des Königs, dass nun ein anderer Mann König werden und die Herrschaft des Landes übernehmen müsse, anstatt des großen Herrschers, den sie verloren hatten. Doch alle Landsleute liebten König Hróðbjartr so sehr, während er lebte, dass sie nichts anderes tun wollten als Geirviðr, seinen Sohn, zum König zu nehmen, damit die Königsherrschaft in seiner Familie bleiben konnte. Obwohl Geirviðr noch jung war und ihnen zu dieser Zeit nicht besonders zur Herrschaft über das Land geeignet schien, wollten die Leute es doch mit der Unterstützung der Königin darauf ankommen lassen, denn sie war die weiseste Frau und in allen Dingen überaus fähig. Doch mit der Zeit geschah es, weil Geirviðr als so junger Mann König sein und so viele Leute leiten sollte, dass die Regierung des Landes nachließ, wie es zu erwarten war. Es geschah auch, dass das Gefolge kleiner wurde, denn viele der Gefolgsleute suchten sich andere Beschäftigung. Manche fuhren auf Wiking, andere unternahmen Handelsreisen in verschiedene Länder. Und obwohl das, wovon gerade berichtet wurde, schon ein großer Schaden zu sein schien, da geschahen doch noch viele andere Unannehmlichkeiten im Reich des jungen Königs.

Davon wird in der Saga erzählt, dass zwei Übeltäter sich in dem Wald niederließen, der Jöruskógr (Schlachtwald) heißt. Er lag im Reich des jungen Königs. Diese Wikinger töteten Männer wegen ihrer Besitztümer und waren fast Berserker.[5] Der eine von ihnen hieß Garpr, und der andere Gnýr. Es wird gesagt, dass die Leute es nur wagten, in großen Zahlen zu reisen. Viele versuchten, mit großem Gefolge im Wald nach den Übeltätern zu suchen und sie aus dem Weg zu räumen, aber sie wurden nie gefunden, obwohl mit so vielen Leuten nach ihnen gesucht wurde. Das ging so weiter, bis Geirviðr 12 Jahre alt war.[6] In diesem Alter war er schon so groß gewachsen und körperlich stark wie viele Männern, die volljährig sind, und in seinen Fähigkeiten war fast so gut wie die, die in allem am besten ausgebildet sind.

Eines Tages, als Geirviðr mit seinem Gefolge bei Tisch saß, erhob er die Stimme und sprach: „Jetzt ist es so, wie ihr alle wisst, meine Leute, dass ich bisher jung war und wenig Kraft hatte, und deshalb konnte ich das Reich nicht gut leiten. Das habe ich auch oft gehört, wie zu erwarten war. Es ist auch kein großes Wunder, dass ich wegen meiner Jugend bisher nur schlecht regieren konnte. Aber weil ich nun 12 Jahre alt bin, will ich mich ausprobieren und in Erfahrung bringen, ob meine Herrschaft irgendwie reifen und groß werden kann. Viele sind in meinem Alter auch nicht männlicher und reifer. Deshalb will ich euch nun allen erklären, meinen Gefolgsleuten und Vertrauten, dass ich beabsichtige, gegen die Berserker Garpr und Gnýr zu kämpfen, die im Jöruskógr liegen und viel Unheil anrichten. Ich habe auch vor, nicht so zurückzukommen, dass sie noch am Leben sind, und entweder ich bezwinge sie, oder sie mich.“

Als König Geirviðr das gesprochen hatte, antwortet zuerst die Königin, seine Mutter, und mit ihr alle herausragendsten Männern, und beinahe alle sprachen wie aus einem Mund und baten den König, mit großem Gefolge gegen die Räuber auszuziehen und mit viel Ausrüstung, wenn er denn fahren wolle. König Geirviðr antwortet: „Ich habe viel über diese Sache nachgedacht, bevor ich etwas sagte, und es scheint mir, dass ich mir auf dieser Fahrt keinen Ruhm verschaffen werde, selbst wenn ich die Berserker zu fassen bekomme, wenn ich mit einem großen Heer und voll bewaffnet nach ihnen suche. Im Gegenteil, es ist eine große Schande, wenn ich wir sie nicht finden und ich so zurückkomme — wenn das passiert, wird es sehr ungeschickt für mich. Deshalb habe ich beschlossen, sie nur mit einem weiteren Mann aufzusuchen. Das Glück soll entscheiden, wie wir uns trennen werden.[7] Es kann aber auch sein, dass diese Fahrt von Ehre begleitet wird. Deshalb wird dieser Plan nun riskiert, egal, was passiert. Ich habe euch diese Sache deshalb vorgetragen, weil ich jetzt wissen will, wer von euch am begierigsten ist, mich auf dieser Fahrt zu begleiten, und es ist jetzt ratsam, dass sich jemand meldet, der mit mir reisen will. Doch ihr sollt wissen, dass ich entschlossen bin, auch zu fahren, wenn ich es alleine tun muss und niemand mitkommt.“

Nach diesen Worten des Königs war es die Königin selbst, die versuchte, ihn von dieser Fahrt abzubringen und sagte, wie es auch war, dass es wenig ratsam vorbereitet war. Denn dort war mit Höllenmenschen zu kämpfen, wo die Übeltäter waren,[8] und der König setzte so viel aufs Spiel, denn allen schien es gewiss, dass er sterben und den Kürzeren ziehen würde, wenn es so ausgehen würde, wie es wahrscheinlich war — sowohl wegen der Jugend des Königs als auch der Brutalität der Berserker. Alle Freunde des Königs rieten aufs Schärfste von der Fahrt ab und der König schien ihnen dem Untergang geweiht, wenn er mit nur einem weiteren Mann führe. Der König antwortete, dass es nichts bringe, ihm abzuraten. Und als alle verstanden, dass der König sich nicht abhalten lassen würde, da beantwortet des Königs Aufruf der Mann, der Dagfinnr hieß; er war ein Gefolgsmann des Königs und sein Skalde. „Mein Herr,“ sagt er, „ich weiß keinen Mann, der Euch mehr Ehre zu vergelten hat als ich. Ich bin doch umso verpflichteter, nie von Euch zu scheiden, je größer die Gefahr ist, in der Ihr Euch befindet. Wenn Ihr meine Gefolgschaft annehmen wollt, bin ich sofort zu dieser Fahrt bereit, wenn Ihr es seid.“


[1] Der Erzähler hätte hier auch sagen könnten: „Oddi log nie.“ Dass er das nicht tut, sondern hier durch die öffentliche Meinung und die Aussage, dass Oddi nie log, wenn er die Wahrheit kannte, zwei Distanzierungen einbringt, ist signifikant!

[2] „Ihm schien“ oder „er dachte“ wird im Isländischen zur Wiedergabe von Träumen verwendet.

[3] Gautland, das heutige Götaland im Osten Schwedens, taucht vor allem in Vorzeitsagas als ein Schauplatz legendärer Stoffe auf.

[4] Hléguðr tritt hier ähnlich auf wie andere Schildmaiden oder Mädchenkönige aus Vorzeit- und Märchensagas: sie lässt sich nicht in weibliche Rollen zwingen, will selbst herrschen und über ihr eigenes Leben entscheiden. Ihre Gewalttätigkeit ist allerdings untypisch und bestimmt sicher auch über spätere Abweichungen von diesem Figurentypus. Aber keine Spoiler!

[5] Berserker treten häufig in Vorzeit- und Isländersagas als Gegner des Helden auf. Sie zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, in Berserkerwut (berserksgangr) zu verfallen. In diesem Zustand verhalten sie sich wie Tiere und sind fast unbesiegbar. Berserker haben es häufig auf Frauen abgesehen und ihre sexuelle Gewalt stellt mit die größte Bedrohung dar. Interessanterweise sehen wir Garpr und Gnýr weder in der Berserkerwut, noch scheinen sie sich sonderlich für Frauen zu interessieren.

[6] Dieses Alter ist in vielen Sagas das, ab dem der Held sich reif und männlich verhält. Mit 12 Jahren waren Jungen in Island strafmündig. In anderen Sagas wird auch berichtet, dass in diesem Alter Vaterrache erwartet wurde, wenn der Vater vor der Geburt oder während der Kindheit des Jungen getötet wurde.

[7] Das Wort für Glück hier ist gæfa, eine Art persönliches Glück, das über Erfolg und Misserfolg des Einzelnen entscheidet. Man wird mit gæfa geboren, kann sie aber auch mit Taten beeinflussen.

[8] Das Wort hier ist heljarmaðr, es wird häufig für paranormal konnotierte Gegner verwendet.

“We have to be somewhere”: Isolation, Inner Space, and Outlawry

At the time I’m writing this, large parts of humanity are confined to much smaller worlds than we are used to. Here in Germany, official lockdown started roughly three weeks ago and was reinforced a week later. Since then, I’ve only left the house to go food shopping or for walks and jogs. My own world, normally so extensive after years spent living abroad — my friends are spread out all over the globe, as is the case for many academics — has suddenly contracted to the size of my flat (37sqm) and the surrounding streets. Conferences are cancelled, and opportunities to actually see my friends and colleagues therefore gone for now. Holidays are unthinkable. Luckily, Tübingen is small enough that, even if you live in the centre, you can find green spaces easily. But not everyone is as fortunate in this regard. And while I am used to spending time with myself (and I normally enjoy it, even need it), being forced to stay in solitude is a completely different matter.

I’m writing this from a place of European, western privilege, of course. So far, my funding body has not kicked us all off our projects (although sometimes I worry…), so I’m still getting paid. I have a flat, and enough food, and a social network spanning several countries that keeps me going. I get to use yoga both for my own mental and physical health, as well as being able to share it with others. And soon, with the start of the semester, I will be teaching again (remotely), which always gives me a sense of purpose. I thus have a sense of belonging, ultimately, derived from the combination of all these factors, even though this is sometimes hard to remember. I have somewhere where I can be — virtually, remotely, distantly, perhaps, but still existing in the centre of my own world.

And still, my thoughts have recently turned to the outlaws of medieval Icelandic literature that I have studied for years, that I wrote about for my PhD (shameless ad: you can buy it here if you’re bored and need reading material) as well as in a bunch of articles, and whose lives and stories have always held a special place in my heart. These men (for they’re invariably male in the Sagas of Icelanders, even though women, too, can be affected by outlawry, albeit only indirectly) exist on the margins of society, cast out for a crime they committed, and which is considered so grave that they lose their right to belong. Consequently, they live in enforced isolation. Grettir is completely alone at first, but dies in the company of his younger brother. Gísli takes his wife and foster-daughter into exile with him, at the expense of their own belonging in society. Only Hörðr is part of a bigger community, the Hólmverjar, of which his wife and sons are also a part. But this community is not a place to belong: it turns into an inversion of society in the way its survival depends on preying on the neighbouring farmers. All three of them live on islands at some point, their world shrinking to the size of whatever rock off the Icelandic coast that they find themselves on. And some of these rocks are really quite small. They all have a strange connection to the paranormal, becoming monstrous to varying degrees because of it: Grettir is the clearest example of this with his trollish size and temper, but Gísli and Hörðr are also fairly uncanny. They all have dealings with other paranormal creatures at some point, either in waking life (Grettir fights various revenants, berserkir and trolls, Hörðr deals with an undead berserkr and various magic-users) or in dreams (which Gísli is increasingly haunted by over the course of his outlawry). This in turn moves them even further away from the ordinary society especially Grettir so desparately craves to be a part of. They have gazed into the abyss, and the abyss has gazed back into them.

As William Ian Miller observed in a 2003 article entitled ‘Home and Homelessness in the Middle of Nowhere’, this abyss is ultimately the one they find inside themselves: “Psychological depth seems to come with enforced sociological shallowness” (p. 134). Thus, as mentioned, Gísli’s dreams become more and more troubling the longer he is confined to the earth house in a deserted fjord to which he and his family had moved, while Grettir is so afraid of the dark (due to the curse of the revenant Glámr) that he cannot bear to be alone — and this ultimately causes his brother Illugi to share his fate. Miller writes that psychological inner spaces compensate for the lack of social inner spaces, as these outlaws now find themselves on the outside of society. This binary view is problematic in several ways, but I don’t want to get into that here. What is more important is this point:

“[The outlaw] is his own man banished into an awareness of himself as a pure and perfectly detached individual. No wonder the outlaws of the sagas become heroes; they are even lonelier than the most elevated hero who still plays his role within the bounds of society.” (p. 135)

Self-awareness, the consciousness of inner space that, in yoga, is so highly important and sought-after, here turns into a threat to sanity, and even to humanness. Instead of becoming sages, the outlaws of the Íslendingasögur turn into (monstrous) heroes who despair of their own predicament, and who ultimately die a tragic death.

I’ve come to understand these characters from a variety of angles. First of all, they are all survivors of child abuse in some way or another. I have of course been criticised for this reading, but I’m not trying to diagnose a historical or fictional character here; instead I’m trying to make sense of the patterns of harmful interactions we can observe between the future outlaws and their families, especially their fathers. Secondly, during my time in Iceland — which was another experience of isolation — I caught a glimpse into what it must be like to spend those lonely winters in a frozen wasteland with only one’s own mind for company. What I saw was difficult to bear at times. And finally, during this time when we are all confined to the islands of our own homes, when the walls of these homes can seem to draw inwards, crushing us — when uncertainty causes many of us to lie awake at night, staring into the darkness of our own fears, or sleep restlessly, haunted by nightmares, a new understanding seems to open up, and this one, too, is decidedly psychological. As someone who suffers from chronic depression and GAD, the depth of enforced introspection that comes with social withdrawal is a source of significant stress for me, and I’m certainly not alone in feeling this way. Not knowing how long this state of emergency is going to go on for, fearing for the health of loved ones as well as one’s own, fearing for the future — of course all this causes anxiety. And we who isolate are not the heroes in this scenario, monstrous or otherwise. The heroes are those who have to brave the world every day to keep us alive and healthy, to keep society running. So what’s the point of this comparison at all?

Well, apart from the fact that I’ve been able to distract myself from too much introspection for an hour or so by writing this rambling post, there’s also hope, and this hope exists in the spaces to which we’re all turning in this extraordinary situation: community. And not the monstrous, harmful community of Hörðr’s Hólmverjar, who are perhaps comparable to people who hoard food and other necessities, taking them away from others who would also need them for their survival. But a community of mutual solidarity that supports one another. Every one of the outlaws of the Íslendingasögur had brief moments of community, with his family or friends, and if they had been able to access these more frequently, maybe things would have been easier for them, psychologically speaking (they were of course still hunted by their enemies). But we are able to access these spaces through all the technology we have, and it’s been a real source of strength for me these past few weeks to be able to regularly talk to friends and family.

We’re in it for the long haul. Maybe not as long as Grettir’s 20 years of outlawry, but still. It will get exhausting to keep talking to people, to keep asking one another how we are doing, like, really doing. It will get more stressful, and more lonely, and those of us struggling with mental illness will find it more difficult to ask for help. Financial worries and social uncertainty will put more pressure on all of us. But please, don’t forget about one another. Keep helping and distracting and supporting one another with messages and video chats and stupid memes and talking about whatever new Netflix show we’re currently watching. Keep sharing your art and your writing and your selfies and your workouts. Keep talking to one another, really talking. Maybe this way we’ll make sure that our enforced sociological shallowness will not come at the expense of a psychological depth that may, at times or for some people, be too difficult to bear.

 

Thanks to my friend Lena for encouraging me to write this.

Call for Papers IMC 2020 – Borders of the Possible: Exploring Conceptual Boundaries in Old Norse-Icelandic Literature

CfP REOPENED! PLEASE SUBMIT ASAP (20th Sept at the latest)!

 

The theme for next year’s International Medieval Congress in Leeds is “Borders” – a perfect prompt for the Old Norse Network of Otherness (ONNO) to organise another (series of) session(s)! Our sessions in 2017 were very successful and will result in a volume that is to be published next year – we have just signed the contract with Brepols. The hope is to continue the network’s presence at the IMC – and maybe to one day run a conference of our own? For now, however, let us focus on borders and boundaries.

The suggested theme for next year’s IMC is “Borders of the Possible: Exploring Conceptual Boundaries in Old Norse-Icelandic Literature”. This is intended to open up inquiry into the existence – or absence – as well as the nature (fixedness, permeability) of all kinds of boundaries as they are depicted, interrogated, problematised across saga literature (ALL saga literature!) as well as mythological texts. These boundaries can be conceived of as relating to concepts that range from the ontological – the paranormal, human/animal, nature/culture, among others – to the gendered – and the queering thereof –, from the ethnic – the depiction of non-Icelandic cultures, or questions relating to race and racism – to the geographical, as well as to intersections of any of these. The notion of alterity and marginalisation is important to all of these areas, as various types of ‘Othernesses’ are always at play in the conceptualisation of borders and boundaries – in the delimitation of ‘us’ and ‘them’. Thus, reception and the way in which Old Norse-Icelandic literature is currently used and abused for political purposes could also be productively explored as part of this proposed (series of) session(s).

This focus would complement that of other proposed sessions on Norse-Icelandic literature and culture (on social boundaries, gender specifically, and so on), thus serving to strengthen the presence of Old Norse-Icelandic studies at the IMC. It also aims to extend the exploration of borders and boundaries to questions of alterity and ontology and the way in which they intersect with other concerns.

If you are interest in contributing a paper, please submit an abstract of up to 300 words to rebecca.merkelbach@uni-tuebingen.de

Call for Papers IMC 2019: Mental and Material: Building World(s) in Medieval Scandinavia

I’ve used this blog for serious academic business before, so here we go again!

After the very successful sessions on Old Norse alterities last year (the volume is in the making), and after taking a break from the IMC this year, I would like to make a return to Leeds with one (or more?!) sessions at next year’s congress. Since I’m getting more and more interested in worldbuilding as a concept, especially in fantastic genres and modes of literature, I would like to use this opportunity to venture into this area for the first time. Who wants to join me on this journey?

Even though, personally, I am particularly interested in the building of fictional or imaginary worlds, the session(s) are intended to be interdisciplinary. Maurice Godelier — to whose collection of essays the title of the proposed session(s) alludes* — noted that humans always build society in order to survive: that they build the world(s) within which they move. Therefore, the session(s) are intended to serve as a forum for the exploration of all aspects related to the building of world(s) and society in the medieval North. Questions such as how the imaginary worlds of saga literature or Norse mythology are constructed are obvious candidates here, but other topics could include discussions of legal, economic, religious and political worldbuilding and structuring, the ways in which material objects of all kinds and purposes were used in the construction of human, social worlds, as well as the interrelationships between these areas. Cultural contacts with continental Europe and beyond are another area of possible exploration — as these undoubtedly impacted the shaping of both the imaginary and the real world. Additionally, the importance of all areas of written culture (runology as well as palaeography and codicology) on the shaping of the material, intellectual and literary worlds of medieval Scandinavia could be productively investigated in this context. Another key concern is the relationship between humans and the natural world, the world that ultimately ‘builds’ us and brings us forth, and that we in turn shape through our interaction with it.

This focus is intentionally kept very broad because I would like to use this opportunity to gauge thematic and disciplinary interest before organising a conference on aspects of worldbuilding in medieval Iceland and its literature, to be held in Tübingen in 2020. So if you want to be part of this experiment, if you want to look into the way medieval Scandinavians built their imaginary, material and ultimately social world(s), please contact me at rebecca.merkelbach@uni-tuebingen.de by 1st September 2018. I look forward to hearing from you!

Edit: Abstracts should be 250-300 words long.

*for no deeper reason than because this seeming opposition between things shaped by mind and things shaped from matter appeared quite fitting for this particular adventure.

Monsters, Magic and the Meaning of Home: Stranger Things 2

Þessi post is spoileris plenus or something.

Today is a holiday in the German state where I currently live, so I felt justified in taking the day off to binge ALL of the second season of Stranger Things (note my willpower that I didn’t watch it on Monday). And I actually took notes at some points during those 9 hours, because, much like the first season, it gives me so much material to talk about. Some of the themes that I will explore were already mentioned in my post on the first season. But since issues like the organisation and its link to the government are no longer present in season 2 (which is also interesting! Is the current American government so monstrous in itself that it does not need exploration through fictional monsters…?), the focus will shift to other matters, like the significance of home. This is something that I’m currently interested in in my academic life as well as I’ve been thinking for a while about writing an article on the subversion of home in Harðar saga (again, something I briefly touched on in the first blog post on Stranger Things). So, as so often, this show comes at a great time for me.

And I at least thing it’s awesome. It gripped me in a different way than the first season did, but there are elements to it that I found incredibly fascinating. One of these, already present in the opening of the first episode, is Kali and the illusion manipulation she works. This is the closest to the medieval Icelandic concept of sjónhverfingar (literally “sight turnings”; a form of magic that involves working illusions) I’ve seen displayed in contemporary pop culture. Sadly, her character seemed underdeveloped to me. I loved how she and El/Jane were bonding, but her motivation for basically going around and taking vengeance on anyone who has been involved in what was done to her regardless of the consequences was not explored in enough detail. After all, if she or Jane had killed Ray, they’d have done the same thing to his daughters that Kali accuses him of having done to Jane. If you have a character of such moral ambiguity, you need to give them more time. And personally, I would also really have liked to see more of her magic, as she herself calls it. The scene in which Kali makes herself and her group appear invisible to allow them to escape was very saga-like, as several magic-using women use similar illusion magic to help the young men in their care escape from pursuers. I also found it interesting how she drew on aspects of the natural world when she first made the spiders appear and later created a butterfly, and she is just as at home with man-made structures like bridges and walls. A lot like the magic-users of the Sagas of Icelanders, she crosses the boundaries between nature and culture in her abilities.

But there are other transgressors in this show, and the most prominent of them is obviously Will. As I already mentioned in the last post, he has been infected by his stay in the Upside Down, and now he is frequently pulled back into this world. This transgressiveness makes it possible for him to be invaded by the new monster of the show: the Shadow Monster, or Mind Flayer. Where we feared the Demogorgon and his corporeality last season, we now have an army of smaller “Demodogs”. These are still threatening, but they do not hold the same terror as the one fully-grown Demogorgon did in season 1, the one monster whom we never really saw, who was always hidden until he finally emerged in all his devouring, monstrous glory. This time we get a look at the monster early on, but since this monster is no longer corporeal, do we ever actually see it? What is it but a disembodied shadow, a sensation, terror in vaporous form?

That, however, makes it all the more terrifying, as this — in combination with Will’s boundary-crossing into the subverted world of the monster — enables it to invade Will’s body and even take over his mind. At first this change is a purely physical one, visible only in Will’s lowered body temperature, and Will’s saying that he feels like he hasn’t fully woken up — an initial displacement, a sense of not fully being in this world. As time goes on, the monster takes over more and more of Will’s mind, turns him into its agent, a member of its army. Will is obviously more susceptible to this form of mind control, but the way Dr. Owens rationalises the monster as a virus, as something that spreads, something that has an intelligence of its own that allows it to invade and take over human bodies, makes it sound like a much more general threat. No longer is it just a matter of being eaten by the, or indeed a, demogorgon. It is now a matter of who you can trust, who is already inhabited by the monster and will therefore turn against you, spy on you, betray your location so that the monster’s minions can come and collect their prey? It is also a matter of infection, of a growing threat that we may, as Dr. Owens so optimistically states, be able to cure. But not all diseases can be cured. Human medicine has its limits. These are fundamental human fears that have inspired a lot of cultural output, not least a host of Star Trek episodes (I’ve been rewatching Star Trek for the xth time… There are just so many in which someone’s body is being taken over by an alien entity!). The way this fear is explored in this case, however, is an interesting one because it ties into another issue: the natural world, and human agency over it.

This is another subject I’ve worked on in my research, and as a vegan, it’s something that interests me privately as well. Therefore, the depiction of the growths from the Upside Down that extend, like tentacles, into our own world, and the effect they have on this human world, is particularly interesting as it effectively crosses genre boundaries into natural or eco-horror: the natural world, or rather its subversion, becomes a monster in its own right. While in this case, the vines and tunnels are part of the Shadow Monster’s plan and thus, one could argue, part of his army, they also develop into a threat in their own right. They turn the earth barren and spread, as Dr. Owens notes at one point, like a cancer. A tumorous growth on human society that has created an alternate world of its own, they impede economic functioning, making crops rot in the fields, and turning forests into slime-covered, insect-infested wastelands. These growths also have an agency of their own in that they can attack human beings, even incorporate them into their own structure as they attempted in the case of Hopper.

Thus, much like the insatiable demogorgon that inhabits these dark passages, the monstrous plants, in their infectuous nature, allow an exploration of matters to come. This time, it is not consumption and consumerism that are at the heart of this exploration of climate change and its consequences, but survival itself. This is obvious from an economic point of view: the pumpkin farmer has to deal with heavy losses as his crops turn to mould. But these monstrous, poisonous plants threaten to overwhelm ordinary human reality with their growth, taking over — like the Shadow Monster itself — the living planet we all inhabit and turning it against us, signalling our collapse if they are not removed completely. Since the gate between the human world and the Upside Down was opened by human interference, these monstrous plants, too, are our fault, our responsibility. A mistake, and one that cannot be erased, as Dr. Owens puts it. But maybe a mistake that we can still alleviate, so we do not lose the one home we have?

I therefore do not find it surprising that, as I noted above, home is another theme that struck me in this season. While last season was overwhelmingly concerned with being lost, and losing children, this season is more interested in being found. Jane reconnects with her mother, albeit briefly, and in the end, Hopper acquires a birth certificate that states him as Jane’s father. Ultimately, this is about finding a home: the new girl Max becomes part of the group, Jane realises where her real home lies after having sought, tried out, and lost, several, and even Barb is given her final home, and justice (#JusticeForBob though).

It’s therefore about cooperation and about relying on one another rather than about going it alone: only everyone’s final effort enabled Jane to close the gate. Only together can we remove the monstrous growths that threaten to suffocate us all. Thus, we learn that confronting our monsters and telling them to go away is not always the best course of action — at least not if you’re alone. Only real community, real friendship, can defeat the subversion of home that is the Upside Down. At least for a time. For, while the gate may be closed, this Other world is still there, still as uncanny as it was at the end of season 1. Or maybe more so. The final image we have of the group is one of homecoming, of closeness and warmth, and this turns into the darkness and cold of the Upside Down, over which towers the monstrous shape of the Mind Flayer. For the monster always returns. And so we await season 3.

Subversions

It’s been over a year since my last post, and I feel awful for having neglected this blog for so long! That does not mean I have neglected the monsters though: in the meantime, I have finished, defended and graduated from my PhD, given several papers and got two articles accepted. I’ve also talked to publishers and will soon start working on the proposal to publish my thesis as a book. And, finally, I have written applications and started working on my new project.

In this project, I want to reassess the so-called ‘post-classical’ Sagas of Icelanders, a sub-genre that has long been neglected by saga scholarship. These texts were judged to be inferior both as literature and history, and as a hybrid genre that obviously displays continental influences, they’ve been declared “un-Icelandic” and degenerate – signs of a decline in taste after Iceland lost its independence to Norway.

I, however, find them fascinating. They perfectly blend fantastic and paranormal elements (the stuff that’s got them such a bad rap) with the social and cultural details I love so much about the Íslendingasögur. They are therefore perfectly suited to the methodology I developed in my thesis: a methodology that blends literary theory with social history, looking at both the paranormal and the social dimensions of the sagas and revealing that they are not separate but closely, inseparably entwined. The project therefore intends to apply this methodology to the ‘post-classical’ sagas, hopefully resulting in some insights into this understudied genre of Icelandic sagas and stimulating scholarship to finally give them the attention they deserve.

For they are interesting for another reason as well. Instead of simply taking both continental and Icelandic traditions and mixing them, instead of simply continuing either of these traditions, they often take things in a different direction. What the preliminary research I have done so far has shown is that one of their main features is their subversiveness. They take the traditions on which they draw and make them their own, turning them into something more than just a sum of their parts. They thus create a story-world unique to them, and one that seems in many ways important to the late-medieval society that produced and transmitted them.

Let’s take for example Kjalnesinga saga. I have argued that it partakes of the outlaw saga tradition, but rather than just continuing this tradition, it subverts key elements of it. For example, the family conflicts so central to Grettis saga, Harðar saga and Gísla saga are here transferred to Búi’s relationships with his lovers who, in the other sagas, tend to be the people most helpful of the outlaw. Instead of the birth family, his foster mother Esja also assumes a special importance, and the saga adds the concern for Ólof’s ‘spoiledness’ after she has had a sexual relationship with someone other than Búi – a new concern that enters medieval thought with the changes in marriage and therefore gender ideologies. These changing ideologies are the particular topic of Víglundar saga, in which different approaches to love and marriage propel the central conflict of the saga – which, in typical family saga fashion, still arises out of fracturing family ties.

Similarly, Hávarðar saga makes the very old and the very young its heroes, and they are the ones who overcome the powerful political agents of the area. Króka-Refs saga plays with the idea  of magic: Refr uses technology and engineering to build the contraptions that help him overcome his enemies, but they – less clever than him – think his skills are of an entirely different nature, suspecting him of magic-use. Bárðar saga has a hero who is also a giant/troll and eventually turns into a guardian spirit of the area, and a similar collapse of the hero and the paranormal or monstrous is the main concern of Grettis saga. And Harðar saga shows a subversion of society in itself in the Hólmverjar, a group of criminals and outlaws that has its own set of rules and laws but, due to the anti-social nature of its members, lacks the internal cohesion that would give it stability.

These sagas are therefore clearly playing with the generic conventions of the Íslendingasögur, and it is this subversiveness that makes them so interesting. So far, I have no answer to the question why they subvert genre conventions, and probably also audience expectations. The only thing I can do right now is offer a parallel in contemporary popular culture. Because I haven’t *just* been working these last few months. I’ve also watched a few movies and shows that are similarly concerned with subverting genre conventions and that were particularly interesting because they defy certain expectations.

Take for instance Logan, the ultra-violent final chapter of the Wolverine-story. Hailed as one of the best superhero movies of recent times, it takes its premise from the age and decline of the superpowers of its eponymous hero who has thus become more like Hávarðr: a rapidly aging man who dreams of living out his days on a boat, far away from the concerns of his days of heroism. Simultaneously, the movie blends in elements from other genres, like western and road movies, mixing traditions and transforming them both. The story also subverts the relationship between hero and mentor, as the mentor has become a liability in his old age and requires the now anti-hero to look after him. It is no surprise that, in this grim imagining of the world of superheroes, both end up dead.

Logan also foregrounds family relationships, focusing on Logan’s evolving bond with his daughter Laura. Another recent superhero movies interested in familial relationships is Guardians of the Galaxy II, which explores Peter Quill/Star-Lord’s tie with his father who supposedly becomes the mentor but then turns out to be the villain. In this exploration of varying emotions and Peter’s ultimate choice of being just another ordinary person among a group of friends and chosen family, the film goes against the hypermasculinity of the genre, showing characters who are saving the world while at the same time dealing with their own issues.

So what do these two examples of subversive superhero movies (and others could be mentioned, like Wonder Woman and its female gaze) have to do with the ‘post-classical’ Íslendingasögur? Apart from both taking established story-worlds and shaping, transforming and expanding them in new directions, there is another thing they share. Both are forms of transformative, subversive exploration of genre conventions and audience expectations that occur at the same time as the production and transmission of ‘classical’ forms of the genre. Thus, the subversive aspect of the ‘post-classical’ sagas is even more noteworthy if one considers that the manuscript transmission of ‘classical’ and ‘post-classical’ sagas occurred simultaneously – and sometimes within the same manuscript. Thus, there must have been an ongoing interest in both the tradition and its transformation.

This is basically the same with superhero narratives at the moment: we have subversions, both into the farcical (Deadpool) and the darkly psychological (Logan), while ‘classical’ stories are still being told – and not all of them are particularly good as could be seen in the case of Iron Fist. Guardians of the Galaxy II uses subversive strategies to particularly striking effect, juxtaposing humour and the serious exploration of dysfunctional families, father-son relationships and abandonment. Playing with the motif of the chosen one, which is at the heart of so many superhero stories, and turning it on its head highlights this interest in transformation even more. Thus, the genre seems to have reached a maturity where exploration of motifs and subversion of audience expectations has become possible, and a similar thing seems to have happened in the case of the Sagas of Icelanders. But just as with their simultaneous transmission of ‘classical’ and ‘post-classical’ narratives, there is still a need for the old stories. One can only wonder, however, how what must have been an increasing consciousness of subversive narration among saga audiences affected late-medieval and early-modern Icelanders’ literary tastes. One can only wonder if Iron Fist would have been received more positively before the advent of such powerful shows as Jessica Jones. (Probably not in this particular case)

Anyway, I look forward to seeing where these contemporary genres of popular entertainment are headed (I must find time to binge The Defenders soon), but I’m at least as excited about my new research project and hope to get some funding for it soon. These sagas are amazing, and the field is wide open because hardly anyone has taken them seriously enough to devote much time to them. So I’m also excited to see where this project will lead me, what I will discover, and if I can ultimately contribute to the better understanding of these texts in a way that is productive for saga scholarship as a whole.

And finally, I hope it won’t be another year until I write my next blog post!