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Ual da Mulin

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Ual da Mulin
Val da Mulin (Laaxertobel), Ual de Mulin, Val Vau, Ual da Draus, Ual Ault
Ual da Mulin im Laaxer Tobel

Ual da Mulin im Laaxer Tobel

Daten
Gewässerkennzahl CH: 351
Lage Glarner Alpen

Schweiz Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Vorderrhein → Rhein → Nordsee
Zusammenfluss von Ual Draus und Val Buglina bei der Burg Lagenberg
46° 48′ 58″ N, 9° 15′ 57″ O
Quellhöhe ca. 1040 m[1]
Mündung gegenüber von Valendas in den VorderrheinKoordinaten: 46° 47′ 32″ N, 9° 16′ 29″ O; CH1903: 740174 / 183976
46° 47′ 32″ N, 9° 16′ 29″ O
Mündungshöhe ca. 656 m[1]
Höhenunterschied ca. 384 m
Sohlgefälle ca. 11 %
Länge 3,4 km (mit Ual Draus 13 km)

Der Ual da Mulin (deutsch: Mühlenbach) ist der dem Ual Draus folgende Abschnitt des Gewässers und gleichzeitig Zufluss des Vorderrheins in der Surselva im schweizerischen Kanton Graubünden. Er leitet das Wasser aus der Region der Gemeinde Laax auf der Höhe des Bahnhofes von Valendas-Sagogn der Rhätischen Bahn von links in den Rhein. Es ist in der Region nicht unüblich, dass sich der Name eines Flusses in dessen Verlauf zusammen mit der Umgebungscharakteristik ändert. Der Name Ual da Mulin kommt in der Region mehrfach vor, der nächstgelegene Fluss dieses Namens liegt im Val da Siat, knapp 7 Kilometer westlich.

Der Ual da Mulin fliesst im Beginn der Rheinschlucht in den Rhein und durchläuft auf den letzten Kilometern das Laaxer Tobel (Val da Mulin) mit seinen bis 200 m hohen Steilwänden, welche aus demselben Material des Flimser Bergsturzes bestehen wie die Rheinschlucht selber. Jenseits des Tobels befindet sich der Ortsteil Salums, bis in die 90er Jahre eine grosse Waldlichtung mit einzelnen Häusern, die durch eine schmale Strasse entlang dem Ual da Mulin erschlossen war und ein beliebter Spazierweg zum weit herum bekannten "Café-Restaurant Straussennest" und dem im oberen Teil von Salums gelegenen Restaurant "Schöne Aussicht / Usteria Panorama" war. Der Blick über den Ual da Mulin zur Kirche von Laax, die blumenreichen Salumser Bergwiesen mit ihren wildromantischen Ausblicken auf die Signina-Gruppe, Piz Terri und Piz Mundaun sowie hinunter Richtung Sagogn und Versam waren Motive des Malers Carl Strauss, dessen Frau Helene Strauss das "Straussennest" betrieb.

Laax mit dem Laaxer Tobel, Salums (Bildmitte) und Planezzas (rechter Rand), 1923

Beim Flussübergang auf Höhe der Postautohaltestelle Laax Marcau stand früher die grössere der zwei Laaxer Mühlen sowie bis zum Orkan Vivian eine Sägerei. Reste des Mühlkanals sind im Wald oberhalb des Val da Mulin erhalten. Der alte Fussweg zum nächst gelegenen Bahnhof Versam sowie nach Sagogn führt vom Dorfzentrum an der im Jahr 1555 erbauten Kapelle des Schutzpatrons St. Nikolaus vorbei zur alten Brücke über das Val da Mulin, durch den Wald nach Planezzas, eine weitere grossen Lichtung am Hang über der Rheinschlucht.

Aktuell wird das neue Industriequartier zwischen der Hauptstrasse nach Laax und dem Val da Mulin unterhalb der Kapelle St. Nikolaus durch zusätzliche Industrie-Grossbauten erweitert, die den Eingang zur Schlucht künftig dominieren werden.

Ein mittlerer Teil des Gewässers trägt den Namen Ual da Draus. Es und fliesst über die Ebene von Plaun (romanisch für «Ebene») und durch das Val Plaun und das Val Vau. In diesen Bereichen nach der Ebene fliesst das Wasser grösstenteils bereits durch die Trümmer des Flimser Bergsturzes. Nur an einem kurzen Engnis im Val Vau wird anstehendes Gestein erreicht.

Aus dem Gebiet Vorabgletscher und Laaxer Stöckli/La Siala strebt je ein Wasser mit Namen Ual Ault (ault = «hoch», «oben») in Richtung Plaun. Ein Arm aus dem Gebiet La Siala verfügt dabei über eine Flussbifurkation. Das Wasser kann sowohl via die Alp Sogn Martin oder durch das Val da Dumengias (romanisch «Sonntagstal») nach Plaun gelangen.

Seit 1961 wird das Wasser in Mulania (bei der Abzweigung nach Murschetg) im kleinen Speichersee Ual da Mulin des Flimser Elektrizitätswerks zurückgehalten. Das Wasser aus dem 26 km grossen Einzugsgebiet des Vorabgletschers wird von dort aus via eine Hangleitung nach Salums und durch eine Druckleitung hinunter in die Rheinschlucht im Kraftwerk Bargaus turbiniert.[2]

Einzelnachweise

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  1. a b Einzelnachweise auf dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung
  2. Kraftwerk Bargaus auf der Homepage von Flims Electric (Memento des Originals vom 29. August 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.flimselectric.ch