Thomas De Gendt
| Thomas De Gendt (2023) | |
| Zur Person | |
|---|---|
| Geburtsdatum | 6. November 1986 |
| Nation | |
| Disziplin | Straße |
| Zum Team | |
| Aktuelles Team | Classified X Rose Team |
| Funktion | Fahrer |
| Clubs, Renngemeinschaften | |
| 2025 | Classified X Rose Team |
| Internationale Team(s) | |
| 2006–2008 2009–2010 2011–2013 2014 2015–2024 |
Cycling Team Davo Topsport Vlaanderen-Mercator Vacansoleil-DCM Omega Pharma-Quick Step Lotto Soudal / Lotto Dstny |
| Wichtigste Erfolge | |
| |
| Letzte Aktualisierung: 11. November 2025 | |
Thomas De Gendt (* 6. November 1986 in Sint-Niklaas) ist ein belgischer Radrennfahrer, der seine Erfolge meist durch Ausreißversuche erzielt.[1][2]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits als Junior konnte Thomas De Gendt seine ersten internationalen Erfolge einfahren. So gewann er im Jahr 2004 eine Etappe und die Punktewertung der Vuelta Caja Cantabria al Besaya.
Als U23 Fahrer trat er im Jahr 2006 dem belgischen UCI Continental Team Unibet-Davo bei und entschied die Bergwertung der Thüringen-Rundfahrt für sich. Nach der Teilung der Mannschaft, wurde er Mitglied des DAVO Teams, dass nun als Nachwuchsmannschaft von Predictor-Lotto fungierte. Im Jahr 2007 gewann er einen Abschnitt der Thüringen-Rundfahrt, womit er erstmals bei einem internationalen U23-Bewerb erfolgreich war. Sein erster Sieg in der Elite folgte im Jahr darauf, als er den Grand Prix Waregem im Alter von 21 Jahren für sich entschied. Weiters gewann er in jenem Jahr eine Etappe und die Gesamtwertung der Triptyque des Monts et Châteaux, ehe er auch auf einem Abschnitt der Vuelta a Navarra triumphierte.
Im Jahr 2009 wechselte Thomas De Gendt zum UCI Professional Continental Team Topsport Vlaanderen-Mercator. Für diese gewann den Internationale Wielertrofee Jong Maar Moedig und einen Abschnitt der Tour de Wallonie. Weiters setzte er sich in seinen zwei Saisonen in der Bergwertung der Bayern-Rundfahrt, Tour of Britain, Étoile de Bessèges und Circuit de Lorraine durch.
Mit der Saison 2011 wechselte Thomas De Gendt zum niederländischen UCI WorldTeam Vacansoleil-DCM, womit er nun bei den größten Radrennen startberechtigt war. Zu Beginn seiner ersten Saison gewann er die Auftaktsetappe von Paris–Nizza, wobei er sich als einziger Fahrer einer späten Fluchtgruppe über den Zielstrich rettete.[3] Im Anschluss führte er die Fernfahrt für drei Tage an, ehe er den 39. Gesamtrang belegte. Nachdem er mehrere Frühjahresklassiker bestritten hatte, gewann er eine Etappe und die Punktewertung des Circuit De Lorraine, ehe er auch bei der Tour de Suisse einen anspruchsvollen Abschnitt aus einer Ausreißergruppe.[4] Im Juli gab Thomas De Gendt mit 24 Jahren sein Debüt bei der Tour de France und beendete das Abschlusszeitfahren hinter Tony Martin und Cadel Evans auf dem dritten Rang.

Im Jahr 2012 war Thomas De Gendt erneut auf einem Abschnitt von Paris–Nizza erfolgreich, ehe er den Giro d’Italia in Angriff nahm. Auf der 14. Etappe überzeugte er mit Platz acht bei der Bergankunft von Cervinia und rückte wenige Tage mit Rang neun auf dem anspruchsvollen Abschnitt nach Cortina d’Ampezzo in die Top 10 der Gesamtwertung vor. Als Gesamtachter lag er zwei Tage vor dem Abschluss der Rundfahrt mehr als fünfeinhalb Minuten zurück, ehe er auf der 20. Etappe im vorletzten Anstieg des Passo del Mortirolo antrat und zu den Ausreißern aufschloss. Nachdem er diese im Schlussanstieg des Passo dello Stelvio distanziert hatte, erreichte er das Ziel al Solist mit einem Vorsprung von rund einer Minute und fuhr mehr als drei Minuten auf die anderen Gesamtklassement-Fahrer heraus. Thomas De Gendt rückte somit auf den vierten Platz vor, ehe er den Italiener Michele Scarponi im Abschlusszeitfahren vom Podium stieß und seinen ersten Giro d’Italia als Gesamtdritter beendete. Sein Rückstand auf den siegreichen Kanadier Ryder Hesjedal betrug letztlich nur eine Minute und 39 Sekunden. Es sollte jedoch seine einzige Top-10-Platzierung bei einer Grand Tour bleiben.[5] Am Ende der Saison ging Thomas De Gendt bei der Vuelta a España an den Start, wo er sich auf der 16. Etappe im Schlussanstieg des Cuitu Negru nur dem Italiener Dario Cataldo geschlagen geben musste.[6]
Im Jahr 2013 folgte ein Etappensieg bei der Katalonien-Rundfahrt sowie sein zweiter Start bei der Tour de France. Dabei wurde er erneut Etappendritter eines Einzelzeitfahrens. Bei der Vuelta a España 2013 wurde Thomas De Gendt wegen verbotenem Windschattenfahren auf der 10. Etappe disqualifiziert.[7]
Nach drei Jahren wechselte Thomas De Gendt im Alter von 27 Jahren zur belgischen Omega Pharma-Quick Step Mannschaft.[8] Er ging in jenem Jahr beim Giro d’Italia an den Start, konnte jedoch keine nennenswerten Ergebnisse einfahren.
Nach nur einem Jahr wechselte er erneut den Arbeitgeber und fuhr nun für die Lotto Soudal Mannschaft (später Lotto Dstny), in deren Nachwuchsteam er bereits zu Beginn seiner Karriere gefahren war. Nachdem er im Jahr 2015 die Bergwertungen von Paris–Nizza und Tour de Suisse für sich entschied, feierte er im Jahr 2016 nach drei sieglosen Jahren wieder einen Etappensieg bei der Katalonien-Rundfahrt. Sein größter Erfolg folgte wenige Monate später als er bei der Tour de France die Bergankunft beim Chalet Reynard für sich entschied. Ursprünglich hätte die Etappe auf den Mont Ventoux führen sollen, doch aufgrund des starken Windes war das Ziel weiter nach unten verlegt worden. Thomas De Gendt setzte sich dabei aus einer Ausreißergruppe vor seinem Landsmann Serge Pauwels durch.[9]
Im Jahr 2017 entschied der zwischenzeitlich 30-jährige Belgier die Bergwertung der Tour Down Under für sich, ehe er den Auftakt des Critérium du Dauphiné nach einer kurzen Solo-Fahrt gewann. Nach der Tour de France ging er erneut bei der Vuelta a España an den Start und setzte sich auf der hügeligen 19. Etappe aus einer größeren Ausreißergruppe durch.[10] Somit hatte er bei allen drei Grand Tours mindestens eine Etappe gewonnen.

Zu Beginn der Saison 2018 gewann Thomas De Gendt die Bergwertung von Paris–Nizza und eine Etappe der Katalonien-Rundfahrt. Bei der Tour de Romandie holte er neben einem Etappensieg auch die Punktwertung und Bergwertung. Nach drei vierten Plätzen bei den belgischen Meisterschaften holte er im Jahr 2018 die Silbermedaille, wobei ihm nur drei Sekunden auf den siegreichen Victor Campenaerts fehlten. Am Ende der Saison setzte sich Thomas De Gendt in der Bergwertung der Vuelta a España durch, womit er erstmals als Wertungssieger auf dem Podium einer Grand Tour stand.
Im Jahr 2019 setzte sich Thomas De Gendt in der Bergwertung von Paris–Nizza und der Katalonien-Rundfahrt durch, wobei er bei letzterer auch einen Tagessieg feierte. Nachdem er beim Giro d’Italia Dritter des Abschlusszeitfahrens geworden war, folgte sein zweiter Tour de France Etappensieg, als er die hügelige 8. Etappe zwischen Mâcon und Saint-Étienne aus einer Ausreißergruppe gewann. Er erreichte das Ziel dabei als Solist.[11] Am Ende der Saison ging er auch bei der Vuelta a España an den Start, womit er alle drei Grand Tours innerhalb von einer Saison bestritten hatte.
Nach einer sieglosen Saison 2020 feierte Thomas De Gendt seinen vierten Etappensieg bei der Katalonien-Rundfahrt. Im Jahr darauf setzte er sich auf der 8. Etappe des Giro d’Italia durch. Mit 35 Jahren war dies sein letzter Sieg als Berufsradsportler. In den beiden nachfolgenden Jahren konnte der Belgier nicht mehr an seine früheren Leistungen anschließen und beendete schließlich mit dem Ende der Saison 2024 seine Karriere.
Im Jahr 2025 bestritt Thomas De Gendt mehrere Gravelrennen für den belgischen Klub Classified x Rose Team.
Diverses
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Oktober 2018 sorgte De Gendt gemeinsam mit seinem Teamkameraden Tim Wellens für Aufsehen, als sich die beiden Radrennfahrer entschlossen, nach dem letzten großen Rennen der Saison, der Lombardei-Rundfahrt, per Fahrrad zurück nach Belgien zu fahren.[12] Für die rund 1000 Kilometer lange Tour unter dem Motto „The Final Breakaway“ benötigten sie sechs Tage.[13]
Erfolge
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- 2004
- eine Etappe und Punktewertung Vuelta Caja Cantabria al Besaya
- 2006
- Bergwertung Thüringen-Rundfahrt
- 2007
- eine Etappe Thüringen-Rundfahrt
- 2008
- Grand Prix Waregem
- Gesamtwertung und eine Etappe Le Triptyque des Monts et Châteaux
- eine Etappe Vuelta a Navarra
- 2009
- Bergwertung Bayern-Rundfahrt
- Internationale Wielertrofee Jong Maar Moedig
- eine Etappe Tour de Wallonie
- Bergwertung Tour of Britain
- 2010
- Bergwertung Étoile de Bessèges
- Bergwertung Circuit de Lorraine
- 2011
- eine Etappe Paris–Nizza
- eine Etappe und Bergwertung Circuit de Lorraine
- eine Etappe Tour de Suisse
- 2012
- eine Etappe Paris–Nizza
- eine Etappe Giro d’Italia
- 2013
- eine Etappe Volta Ciclista a Catalunya
- 2015
- Bergwertung Paris–Nizza
- Bergwertung Tour de Suisse
- 2016
- eine Etappe und Bergwertung Volta Ciclista a Catalunya
- eine Etappe Tour de France
- 2017
- Bergwertung Tour Down Under
- eine Etappe Critérium du Dauphiné
- eine Etappe Vuelta a España
- 2018
- Bergwertung Paris–Nizza
- eine Etappe Volta Ciclista a Catalunya
- eine Etappe, Bergwertung und Punktewertung Tour de Romandie
Belgische Meisterschaften – Einzelzeitfahren
Bergwertung Vuelta a España
- 2019
- Bergwertung Paris–Nizza
- eine Etappe und Bergwertung Volta Ciclista a Catalunya
- eine Etappe Tour de France
- 2021
- eine Etappe Volta Ciclista a Catalunya
2022
- eine Etappe Giro d’Italia
Grand-Tour-Platzierungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Grand Tour | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| – | 3 | – | 65 | – | – | – | – | 51 | 41 | DNF | 74 | – | – | |
| 63 | – | 96 | – | 67 | 40 | 51 | 65 | 60 | 52 | 82 | – | – | – | |
| – | 62 | DSQ | – | DNF | 65 | 57 | 67 | 56 | – | – | 80 | 99 | 88 |
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Thomas De Gendt in der Datenbank von ProCyclingStats.com (englisch)
- Thomas De Gendt in der Datenbank von Radsportseiten.com
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Tour de France: Die Kunst, ein Baroudeur zu sein. In: sportschau.de. 24. Juli 2019, abgerufen am 10. November 2019.
- ↑ Ausreißerkönig De Gendt mit perfektem Timing zum Etappensieg. In: radsport-news.com. 13. Juli 2019, abgerufen am 10. November 2019.
- ↑ De Gendt spoils sprinters' party to win Paris-Nice stage one. 6. März 2011, abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
- ↑ De Gendt wins Tour de Suisse stage seven as Schleck tests form. 17. Juni 2011, abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
- ↑ Memories from… Stelvio Pass, 2012: De Gendt and a feat worth the final podium. Abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
- ↑ The ever-reliable Cataldo will forever be linked to the Cuitu Negru. 17. November 2024, abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
- ↑ Liste der ausgestiegenen Fahrer / 20. Etappe. In: radsport-news.com. 14. September 2013, abgerufen am 10. November 2019.
- ↑ De Gendt looking to rebuild career with one-year deal | Cyclingnews.com. 12. Januar 2014, abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
- ↑ Chaos am Ventoux: Froome zu Fuß unterwegs, De Gendt siegt | radsport-news.com. Abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ Bernd Landwehr: Vuelta 2017: Ausreißer Thomas de Gendt siegt in Gijon. In: cyclingmagazine. 8. September 2017, abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ Thomas De Gendt says Tour de France stage eight victory better than Ventoux and Stelvio wins. 13. Juli 2019, abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
- ↑ De Gendt und Wellens fahren aus Italien mit dem Rad nach Hause. In: rad-net.de. 15. Oktober 2018, abgerufen am 22. Oktober 2018.
- ↑ De Gendt en Wellens zijn terug thuis na fietstocht die begon na Ronde van Lombardije. In: nieuwsblad.be. 19. Oktober 2018, abgerufen am 22. Oktober 2018 (niederländisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | De Gendt, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | belgischer Radrennfahrer |
| GEBURTSDATUM | 6. November 1986 |
| GEBURTSORT | Sint-Niklaas |