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Riddarhuset

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Riddarhuset vom Riddarhustorget aus gesehen (Südseite).
Riddarhuset vom Riddarhuskajen aus gesehen (Seeseite).
Großer Saal mit den Wappenschilden an den Wänden.

Das Riddarhuset wurde zwischen 1641 und 1670/1674 als Versammlungshaus[1] des schwedischen Adels errichtet. Es steht in der Stockholmer Altstadt (Gamla stan) und ist der Sitz des schwedischen Ritterhauses.

Während der Bauzeit waren verschiedene Architekten für das Gebäude zuständig. Den Beginn machte der französische Architekt Simon de la Vallée. Danach wurde der Bau vom deutschen Steinmetz Heinrich Wilhelm und vom Niederländer Justus Vingboons fortgesetzt. Letzterer soll den entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung gehabt haben. Nach dessen Rückkehr nach Holland beendete Simons Sohn, Jean de la Vallée, den Bau.

Das Gebäude wurde seit dieser Zeit mehrfach sowohl innen als auch außen umgebaut. Die größte Veränderung erfolgte 1870, als das Haus freistehende Flügel bekam, die vom Architekten Adolf W. Edelsvärd projektiert waren.

Das Riddarhuset ist zum größten Teil im Stile des holländischen Klassizismus errichtet. Es gibt interessante Inneneinrichtungen aus dem 17. Jahrhundert und eine aufwendige Treppenhalle. Früher war das Ritterhaus das schwedische Äquivalent zum englischen Oberhaus.

Heute ist das Gebäude Schwedens exklusivster Gesellschaftsclub und gehört den etwa zweitausend Adelsgeschlechtern, deren Wappen auf Metallschilden gemalt an die Wände des großen Saales gehängt sind.[2][3] Hier finden Feste, Konzerte und ähnliche Veranstaltungen statt.

Seit 1869 trifft sich der schwedische Adel jedes dritte Jahr im Ritterhaus zu einer festlichen Versammlung.

  • Sven Hedin: Von der Ritterzentrale zur Kultur-Institution. In: Christina von Flotow (Hrsg.): Deutsches Adelsblatt. 65. Jahrgang, Nummer I, Sekt. Reise. Deutsches Adelsblatt GmbH-Selbstverlag, Westerbrak/Kirchbrak, 15. Januar 2026, ISSN 0012-1193, S. 33–35.
  • Alf Åberg, Hans Hammarskiöld, Dick Norberg: Riddarhuset. Hrsg. Svanbergs Bokbinderi (Lessebo), Trydells Tryckeri-Laholm, Byggförlaget, Stockholm 1999. ISBN 91-7988-194-7.
  • Friherre A. W. Stiernstedt: Riks Heraldicus, Svenska grefliga och friherrliga Ättars Vapen, i enlighet med Ä Riddarhuset befintliga Vapen plätar. Stockholm 1865.[4]

Koordinaten: 59° 19′ 33″ N, 18° 3′ 55″ O

Commons: Riddarhuspalatset – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Katharina Hissen: Guide Stockholm. Environs of Stockholm. In: Bellanders Guide. Selbstverlag G. Bellanders Förlag-Johnson & Edman, Stockholm/Gothenburg 1886, S. 8.
  2. Vgl. Carl A. von Klingspor, Bernhard Schlegel: Den med sköldebref förlande, men ej å Riddarhuset introducerade Svenska Adelns ättartaflor. (»Stammtafeln des mit Wappenbrief belehnten, aber im Ritterhause nicht introdizirten Schwedischen Adels«). Stockholm 1875.
  3. Siehe In: Botho Freiherr von Eberstein: Handbuch für den Deutschen Adel. Band, Hand- und Adressbuch der Genealogen und Heraldiker Europa`s mit Ausnahme von Deutschland und Deutsch-Oesterreich. Abt. I-Zweite Hälfte, Hrsg. Emil von Maltitz, Mitscher & Röstell, Berlin 1890, S. 233 f.
  4. Georg von Klinkowström: Geschichte derer von Klinkowström. Manuskriptdruck, Ernst Hühn, Oranienstein (Diez-Lahn)/Kassel 1. Januar 1889, S. 2.