Pullerriemen
Ein Pullerriemen ist ein Lederriemen, der Bestandteil des Fahrzaums für Pferde mit Ladendruck ist.
Benno von Achenbach beschrieb seine Anwendung 1922 in seiner Fahrlehre Anspannen und Fahren. Der Pullerriemen hat nichts mit dem Sperrriemen, dem Kinnriemen zum kombinierten Reithalfters zu tun, der in den 1950er und 1960er Jahren Verbreitung fand und 1979 erstmals offiziell in den Richtlinien für Reiten und Fahren Bd.1 der Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. erwähnt wurde. Alternativ wurde der Sperrriemen, oder wie er offiziell heißt, der Kinnriemen zum kombinierten Reithalfter, auch in der Art des Pullerriemens verschnallt, was aber nie in die Reitlehre aufgenommen wurde.
Mit dem Pullerriemen wurde verhindert, dass bei Fahrpferden mit Ladendruck das Gebiss weiter auf die gereizte, schmerzempfindlichen Laden drückte.
Turnier- und Freizeitreiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Pullerriemen verläuft über die Nase und soll so verhindern, dass das Gebiss auf die gereizten Laden wirkt. Auf Turnieren findet der Pullerriemen keine Anwendung. Auch beim Freizeitreiten läuft der Pullerriemen (siehe Galoppsport) nur über den Nasenrücken, um das Maul vor groben Gebisseinwirkung zu schützen, z. B. bei jungen Pferden oder unruhigen Reiterhänden und um dem Gebiss eine ruhigere Lage zu geben.
Galoppsport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Galoppsport ist der Pullerriemen an den Gebissringen befestigt und verläuft nur über den Nasenrücken. Beim Annehmen der Zügel spannt sich der Riemen (der locker verschnallt sein sollte) und überträgt den Zug am Trensengebiss auf das Nasenbein des Pferdes. Diese Verwendung im Galoppsport sollte das Brechen des Kiefers vermeiden, wenn die Pferde zu Boden stürzten.[1] Wobei ursprünglich Udo Bürger in seinem Buch "Vollendete Reitkunst" 1959 einen Hinweis auf die schützende Wirkung des Nasenriemens gab. Da der Pullerriemen Ober- und Unterkiefer nicht umschließt, kann er diesen Schutz nicht schaffen.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Michael Geitner: Der Sperrriemen. Michael Geitner, abgerufen am 13. Juli 2016.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Stefan Brosig: Galopptraining für Renn- und Freizeitpferde: Eine Beschreibung des sogenannten klassischen Trainings. BoD – Books on Demand, 2008, ISBN 978-3-8370-2640-5, S. 40– (google.de [abgerufen am 11. August 2011]).