Progress Film
| Progress Film
| |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1950 |
| Sitz | Halle (Saale) |
| Branche | Medienarchiv, Filmverleih |
| Website | www.progress.film |
Die Progress Film GmbH (Eigenschreibweise: PROGRESS) ist einer der ältesten und größten deutschen Filmauswerter. Als Monopolverleih brachte er alle in- und ausländischen (soweit die Zensur in der DDR sie zuließ) Filme in der DDR in die Kinos. 1990 wurde Progress in eine GmbH umgewandelt und der Treuhandanstalt, später der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, unterstellt. Nach dem Mauerfall und der Aufhebung der Strukturen des staatlichen Filmwesens der DDR erhielt Progress zusätzlich die TV- und Videorechte der bisher herausgebrachten Titel zur Auswertung. Neu war auch die Auswertung im internationalen Bereich, die vom früheren DEFA-Außenhandel übernommen wurden.
Seit April 2019 verwahrt, digitalisiert und erschließt Progress in Zusammenarbeit mit der DEFA-Stiftung den kompletten Bestand der DEFA sowie eine wachsende Anzahl von Kollektionen weiterer internationaler Archive und stellt diese auf einer historisch kuratierten Plattform Progress Film (Eigenschreibweise: PROGRESS.film) der Öffentlichkeit zur Verfügung.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der DDR (1950–1990)
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1950 – im selben Jahr, in dem sich in West-Berlin auf Initiative des amerikanischen Filmoffiziers Oscar Martay zum ersten Mal der Gründungsausschuss der Berlinale traf – wurde am 1. August in Ost-Berlin die Progress Film-Vertrieb GmbH als deutsch-sowjetisches Unternehmen gegründet.
Zum deutschen Direktor wurde Rudolf Bernstein, zum sowjetischen Direktor Georgri Nikolajewitsch Nikolajew, der spätere Direktor der sowjetischen Filmproduktion Lenfilm, ernannt. Vorgänger war der sowjetische Verleihbetrieb Sovexportfilm, der ab 1948 mit dem neu gegründeten DEFA-Filmvertrieb zusammenarbeitete. Tatsächlich fand die Zusammenlegung dieser beiden Vertriebe unter dem Dach Progress am 13. Juli 1950 statt, als offizieller Gründungstag gilt jedoch der 1. August 1950.[2]
Als Logo fungierte ein großes Filmstreifen-P in einem Kreis. Der Monopolverleih garantierte die Übernahme aller produzierten DEFA-Filme zu einem Fixpreis. Der Firmensitz befand sich in der Jägerstraße 32 (Berlin-Mitte), im Gebäude des DEFA-Studios für Wochenschau und Dokumentarfilme.
Nachdem am 1. Juli 1955 Sovexport als Gesellschafter ausschied, wurde der Progress Film-Vertrieb in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt. Er wurde in der Folge zum Progress Film-Verleih und blieb dies auch über die Zeit der Privatisierung nach dem Mauerfall 1989 hinaus.
Als Monopolverleih steuerte der Progress Film-Verleih in der DDR die Kinoauswertung sämtlicher in- und ausländischer Filme unter politischer Kontrolle der SED. Das zentralistisch organisierte Kinowesen war von der Parteiführung als Instrument politischer Erziehung konzipiert. Forschungen zeigen jedoch, dass das starke Interesse des Publikums an Unterhaltungsfilmen sowie das Engagement vieler Kinobeschäftigter für publikumswirksame Programme dazu beitrugen, dass diese politische Steuerung nur begrenzt wirksam war und sich der Kinoalltag in vieler Hinsicht dem der Bundesrepublik annäherte. Während der gesamten Existenz der DDR wurden an den Kinokassen rund 5,7 Milliarden Eintrittskarten verkauft. Insgesamt standen dem Publikum etwa 5.000 verschiedene Filme zur Auswahl. Die Kinobesuche stellten damit fortlaufend Entscheidungen für einzelne Filme dar, durch die das Publikum auch unter autokratischen Bedingungen einen gewissen Einfluss auf Filmauswertung und Programmgestaltung ausübte. Zwischen den 1950er- und den 1980er-Jahren vervierfachte sich die Zahl der jährlich gezeigten Filme von durchschnittlich 249 auf 1.044. Dieser Anstieg beruhte sowohl auf der Zunahme neu eingesetzter Filme – von etwa 96 auf rund 140 pro Jahr – als auch auf der zunehmenden Wiederaufführung bereits gezeigter Titel.[3]
Nach dem 11. Plenum der SED im Dezember 1965 wurden zwölf DEFA-Filme verboten oder nicht fertiggestellt und in den sogenannten „Giftschrank“ verbannt – ein staatliches Archiv, das Filme für die Öffentlichkeit unsichtbar machte. Einige dieser Filme waren kurzzeitig in den Kinos zu sehen, wurden aber schnell abgesetzt. Die meisten konnten erst nach dem Ende der DDR wieder öffentlich gezeigt werden.[4][5]
Nach dem Mauerfall (seit 1990)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1997 übergab die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) den Progress Film-Verleih in die Hände der Tellux Beteiligungsgesellschaft mbH, einer Mehrheitsbeteiligung einiger süddeutscher Bistümer, die zum 1. Januar 2001 alleiniger Anteilseigner wurde. Icestorm Entertainment übernahm im April 2011 Progress von Tellux und verantwortet die weltweite Vermarktung von DVDs und Blu-rays von bisher mehr als 500 Titeln aus dem Progress-Repertoire. Der bis dahin zu Progress gehörende exklusive weltweite Kinoverleih des DEFA-Filmstocks wurde von der DEFA-Stiftung zum 1. Oktober 2013 auf die Stiftung Deutsche Kinemathek (SDK) übertragen.[6]
2019 wurde Progress von der Leipziger Produktionsfirma LOOKSfilm übernommen und firmiert seither als Progress Film GmbH. Seit dem 1. April 2019 wird über die Plattform Progress Film (Eigenschreibweise: PROGRESS.film) das komplette Filmerbe der DDR in enger Zusammenarbeit mit der DEFA-Stiftung international zugänglich gemacht.[7] Das Unternehmen verwahrt, digitalisiert und erschließt darüber hinaus historische Film- und Fernsehbestände sowie weitere Archivkollektionen aus unterschiedlichen internationalen Provenienzen, darunter auch Bestände aus Regionen, die in internationalen Filmarchiven bislang seltener vertreten sind, etwa aus Vietnam oder der Ukraine.[8]
Die Plattform Progress Film ermöglicht die Recherche, Lizenzierung und Nutzung von Archivmaterialien aus Film und Fernsehen – darunter mehr als 18.000 Filme. Ergänzend veranstaltet das Unternehmen mit dem „PROGRESS Summit“, der erstmals 2023 stattfand, ein Branchentreffen zur Zukunft der Nutzung historischen audiovisuellen Materials.[9]
Geschäftsbereiche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Filmverleih
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Geschäftsbereich knüpft an die historische Rolle von Progress als Monopolverleih in der DDR an. Mit dem Ende der DEFA in den 1990er Jahren kamen keine neuen Produktionen mehr in das Repertoire des Progress Filmverleihs. Seit der Übernahme durch LOOKSfilm im Jahr 2019 übernimmt Progress die Kinoauswertung aktueller internationaler Produktionen, die regelmäßig um neue Filme ergänzt werden.
Im aktuellen Verleihprogramm stehen unter anderem die Filme Luftkrieg – Die Naturgeschichte der Zerstörung (2022) und Zwei Staatsanwälte (Deux procureurs) von Sergei Loznitsa sowie Balconettes (2024), die bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes uraufgeführt wurden. Zum Programm gehören zudem Dokumentarfilme wie Merkel – Macht der Freiheit (2022) und Hannah Arendt: Denken ist gefährlich (2025) sowie Spielfilme wie Fancy Dance (2023) mit Lily Gladstone und Kingdom – Die Zeit, die zählt (2024).[10]
Archive
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Filmarchiv umfasst historisches Film- und Bildmaterial aus aller Welt. Die digitale Plattform bietet durchsuchbare Transkriptionen, umfangreiche Metadaten (z. B. Provenienz, Jahr, Personen, Orte), sowie die Möglichkeit, Ansichtsmaterial herunterzuladen und Lizenzen online zu erwerben.[8]
Summit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der History Summit ist ein Geschichtsfilm-Branchentreffen für Personen, Medien und Institutionen, die sich historischen Filmen und Serien widmen. Der Summit fand zum ersten Mal im Oktober 2023 in Halle (Saale) statt.[9]
Filmmuseum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das digitale Filmmuseum ist eine Streaming- und Recherche-Plattform mit über 18.000 Filmen aus den Jahren 1907 bis 2018. Gezeigt werden Spielfilme, Dokumentationen, Animationsfilme, Interviews, Wochenschauen, Zeitzeugenberichte und B-Roll-Material, ergänzt durch Kontextinformationen und historische Hintergründe.[11]
Kollektionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Insgesamt umfasst der Bestand von Progress 20 Kollektionen, darunter elf Bestände der DEFA sowie weitere internationale Provenienzen, vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.[12]
DEFA-Bestände
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zum Bestand von Progress zählt das vollständige DEFA-Filmerbe[13] (z. B. Die Mörder sind unter uns, Die Legende von Paul und Paula, Spur der Steine, Jakob der Lügner, die DEFA-Indianerfilme mit Gojko Mitić), osteuropäische Filmkunstklassiker (wie Panzerkreuzer Potemkin, Solaris, Stalker), ausgezeichnete Kinderfilme sowie Dokumentarfilme (u. a. Die Kinder von Golzow) und Periodika und Wochenschauen zur Zeitgeschichte (Der Augenzeuge). Das DEFA-Repertoire umschließt mehr als 12.000 Filme aus neun Jahrzehnten.[14]
DEFA-Produktionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Animation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das DEFA-Studio für Trickfilme produzierte zwischen 1955 und 1992 rund 950 Kino-Animationsfilme für Kinder und Erwachsene. Darunter befinden sich sowohl Märchen- und Kinderbuchverfilmungen als auch Filme mit politisch-ideologischen sowie sozialkritischen Inhalten.[15]
Dokumentation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zeitraum von 1946 bis 1992 produzierte die DEFA etwa 2000 Dokumentarfilme. Diese dienten der sozialistischen Propaganda, thematisierten jedoch ab den 1960er Jahren auch zunehmend Gesellschaftskonflikte. Auch die Ereignisse vor, während und nach der Wiedervereinigung wurden von Filmschaffenden in Dokumentationen festgehalten.[16]
Spielfilm
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 1946 bis 1992 entstanden etwa 730 Spielfilme verschiedenster Genres bei der DEFA, von denen einige bis heute ihren Kultstatus gehalten haben. Die Kollektion umfasst auch sogenannte Kellerfilme: Regimekritische Filme oder solche, deren Mitwirkende die DDR verließen und die daraufhin bis zur Wiedervereinigung zensiert oder verboten waren.[17]
Wochenschau „Der Augenzeuge“
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kinowochenschau der DDR „Der Augenzeuge“ diente zwischen 1946 und 1980 in über 2.000 Ausgaben sowohl als Informations- als auch Propagandamedium und beinhaltet zahlreiche Beiträge aus aller Welt zu wichtigen Themen, Ereignissen und Persönlichkeiten dieser Zeit.[18]
Weitere DEFA-Kollektionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blickpunkt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion[19] umfasst Sendungen und Rohmaterial des Fernsehmagazins „Blickpunkt – Berichte aus den neuen Bundesländern“. Das Magazin zeigt die politischen sowie gesellschaftlichen Umbrüche und Entwicklungen in den neuen Bundesländern von 1990 bis 2005.
Cintec
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion[20] besteht aus Filmmaterial der ehemaligen Cintec Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH. Die rund 2200 Stunden Material entstanden zwischen 1985 und 2005 und beinhalten Aufnahmen zum Fall und Abriss der Berliner Mauer, zur Währungsunion, zu Prozessen gegen DDR-Politiker sowie zahlreiche Zeitzeugengespräche.[21]
Wydoks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion[22] umfasst circa 100 Stunden Videomaterial des Vereins Wydoks e. V. und des Berliner Musikers Alexander „Aljoscha“ Rompe. Das zwischen 1990 und 1992 entstandene Material zeigt Konzertmitschnitte der DDR-Punkband Feeling B sowie Interviews und Aufnahmen von Demonstrationen. Es dokumentiert die alternative Musik- und Kulturszene im gesellschaftlichen Umbruch der frühen 1990er Jahre und die Berliner Hausbesetzerszene. Mehrere Musiker der DDR-Punkband gehören seit der Auflösung von Feeling B Anfang 1994 der Band Rammstein an.[23]
Zeitzeugen-Archiv Thomas Grimm
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion Zeitzeugen-Archiv Thomas Grimm[24] aus dem DEFA-Bestand umfasst rund 1.700 zwischen 1989 und 2009 geführte Interviews des Filmemachers Thomas Grimm mit über 1.000 Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Sport.[25]
DDR Fernseharchiv des DFF
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion des Deutschen Fernsehfunks (DFF) enthält einen Teilebestand der Spielfilme, Serien, Dokumentar- und Animationsfilme von 1959 bis 1991. Zu den bekannten Formaten zählen Polizeiruf 110, Das unsichtbare Visier, Der Staatsanwalt hat das Wort und Spuk unterm Riesenrad.
B-Roll
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion umfasst größtenteils unveröffentlichtes Dreh- und Restmaterial aus DEFA-Produktionen, darunter auch aus Dokumentarfilmen und der Wochenschau Der Augenzeuge. Die Aufnahmen geben Einblicke in politische und gesellschaftliche Ereignisse, etwa die Sprengung des Berliner Stadtschlosses oder die Treffen von Erich Honecker mit Helmut Schmidt und Michail Gorbatschow.
DEFA-Interviews
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die DEFA-Stiftung hat seit 1998 über 100 Interviews mit ehemaligen Filmschaffenden der DEFA geführt. Die Gespräche bieten Einblicke in die Produktionsbedingungen, Themen wie künstlerische Freiheit, Zensur und Mangelwirtschaft sowie die Werdegänge der Beteiligten nach dem Ende der DEFA.
Weitere Provenienzen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blick in die Welt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blick in die Welt, zunächst Kinowochenschau der französischen Besatzungszone in Nachkriegsdeutschland und später eine der Wochenschauen der Bundesrepublik Deutschland, berichtete zwischen 1945 und 1986 über die wichtigsten nationalen und internationalen Themen, Ereignisse, und Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Die Kollektion[26] wird von der deutschen Filmproduktionsfirma Cinecentrum für Progress bereitgestellt.
US Archives
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion aus dem Filmarchiv Historiathek sowie LYNXarchive enthält rund 1500 weltweit gedrehte Filme, die zwischen 1905 und 1992 unter anderem von der US-Regierung produziert wurden. Es handelt sich um Militär-, Lehr- und Dokumentarfilme sowie Veröffentlichungen und Rohmaterial der amerikanischen Wochenschau Universal Newsreel.[27]
Katholische Monatsschau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die vom Katholischen Filmwerk zwischen 1953 und 1962 produzierten Monatsschauen Zeitschau und Spiegel der Zeit dokumentierten religiöse, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse aus katholischer Perspektive.
Maischberger Interviews
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion enthält die rund 1300 Interviews der Journalistin Sandra Maischberger im Rahmen der täglichen Talkshow Maischberger mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, geführt in den 2000er Jahren.
Mundus Archive
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Mundus Archive umfasst internationale Dokumentationen, Interviews und B-Roll-Material von 1984 bis 2011. Sie zeigt gesellschaftliche und politische Entwicklungen weltweit, darunter in Afghanistan, Bangladesch, Chile und Niger.
Ukrainian Archives
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kollektion des Ukrainischen Staatsarchivs umfasst rund 180 Wochenschauen von 1917 bis 1930. Diese dokumentieren die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der frühen Sowjetukraine.
Vietnam Archives
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die rund 450 Filme des Vietnam Film Institute beinhalten Aufnahmen von den 1940er Jahren bis heute. Sie dokumentieren den Indochinakrieg, den Vietnamkrieg sowie den Wiederaufbau und Alltag der Bevölkerung nach 1975.
Wollenberg Archive
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wollenberg-Archiv enthält über 70 Stunden 35-mm-Filmmaterial des Journalisten und Drehbuchautors Ernst Wollenberg. Die Aufnahmen zeigen unter anderem den Bau der Berliner Mauer und das geteilte Berlin der 1960er- und 1970er-Jahre, die Olympischen Spiele 1964 in Tokio sowie Filmmaterial aus Afrika, Südamerika und Asien. Das Archiv wurde Ende der 1980er-Jahre vom RIAS übernommen und gehört heute zur Deutschen Welle.
Paula
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2010 stiftete Progress anlässlich des 60. Unternehmensjubiläums den Paula-Preis. Er wird an Filmschaffende vergeben, die ihre Karriere bei der DEFA begonnen und sich heute um den gesamtdeutschen Film verdient gemacht haben. Die Paula steht als Preis sowohl für die Bedeutung des deutschen Filmerbes als auch zukunftsweisend für die Stärkung des deutschen Filmschaffens. Die Paula ist eine vollständig aus Bronze gegossene Frauenskulptur, entworfen von dem Künstler und Filmschaffenden Jürgen Böttcher. Bisherige Preisträger sind Katrin Sass (2010), Katharina Thalbach (2011), Henry Hübchen (2012), Michael Gwisdek (2013), Corinna Harfouch (2014), Rolf Hoppe (2015), Manfred Krug (2016) und Dagmar Manzel (2017).
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1979: Banner der Arbeit Stufe I
- 2010: „Ausgewählter Ort 2010“ und der Sonderpreis „Gelebte Einheit“ durch die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Archivplattform Progress (Website – Suchportal für angebotenes Archivmaterial)
- Progress-Dokumentation auf der Website der DEFA-Stiftung
- Philipp Humpert: Der Klassenfeind im eigenen Kino. Beitrag zum Werkleitz-Festival 2008
- Leuchtkraft 2020 (Journal der DEFA-Stiftung #3) Beitrag zu 70 Jahre Progress
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Progress. Abgerufen am 11. Januar 2021.
- ↑ defa-stiftung.de: Filmhandel (Außenhandel). Abgerufen am 13. Mai 2019.
- ↑ Joseph Garncarz: Sehnsucht nach Vergnügen Das Kino der DDR zwischen Kontrolle und Freiheit. Herbert von Halem Verlag, Köln 2026, ISBN 978-3-86962-729-8.
- ↑ defa-stiftung.de: Verbotsfilme der DEFA. Abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ Patrick Wellinski: Kunstzensur in der DDR DEFA-Filme aus dem „Giftschrank“. In: Deutschlandfunk Kultur. Abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ z. Z. nicht verfügbar: icestorm.de: Progress Film Verleih GmbH. Abgerufen am 13. Mai 2019.; aber auch hier: https://www.jungewelt.de/artikel/204245.neuer-defa-verleih.html
- ↑ progress.film: Progress. Abgerufen am 27. Mai 2019.
- ↑ a b PROGRESS.film: Archive. Abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ a b summit.progress: Progress History Summit. Abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ PROGRESS.film: Filmverleih. Abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ PROGRESS.film: Filmmuseum. Abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ Internationale Kollektionen. Abgerufen am 16. Februar 2026.
- ↑ Progress. Abgerufen am 6. Juli 2024 (deutsch).
- ↑ filmportal.de: Progress Film Verleih. Abgerufen am 13. Mai 2019.
- ↑ Progress: DEFA-Trick- und Animationsfilme. Abgerufen am 14. Mai 2024.
- ↑ Progress: DEFA-Dokumentarfilme. Abgerufen am 14. Mai 2024.
- ↑ Progress: DEFA-Spielfilme. Abgerufen am 14. Mai 2024.
- ↑ Progress: DEFA-Wochenschau „Der Augenzeuge“. Abgerufen am 14. Mai 2024.
- ↑ Progress. Abgerufen am 6. Juli 2024 (deutsch).
- ↑ Progress. Abgerufen am 6. Juli 2024 (deutsch).
- ↑ Progress: Cintec. Abgerufen am 14. Mai 2024.
- ↑ Progress: Progress Archiv (Wydoks). Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 13. Januar 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
- ↑ Progress: Wydoks. Abgerufen am 6. Januar 2021.
- ↑ Progress: Progress Archiv (Zeitzeugen-Archiv). Abgerufen am 7. Juli 2024.
- ↑ Progress: Zeitzeugen-Archiv Thomas Grimm. Abgerufen am 6. Januar 2021.
- ↑ Progress. Abgerufen am 6. Juli 2024 (deutsch).
- ↑ Progress: US Archives. Abgerufen am 14. Mai 2024.
