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Philippe Aghion

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Philippe Aghion

Philippe Aghion (* 17. August 1956 in Paris) ist ein französischer Ökonom, der Professor am Collège de France und an der INSEAD[1] sowie Gastprofessor an der London School of Economics ist.[1][2] Sein Hauptforschungsgebiet sind die Wachstums- und Vertragstheorie. 2025 gewann er den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Forschungen zur Theorie des dauerhaften Wachstums durch schöpferische Zerstörung.

Aghions Mutter Gaby Aghion stammte aus einer sephardischen Familie in Ägypten und gründete in Frankreich die Modemarke Chloé.[3] In seiner Jugend gehörte Aghion der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF) an.[3] 1981 schloss er an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne sein Studium mit einem Diplom für Wirtschaftsmathematik ab. 1987 erhielt er einen Ph. D. von der Harvard University. Im selben Jahr wurde Aghion Lehrbeauftragter am Massachusetts Institute of Technology (MIT); 1989 wechselte er ans CNRS-DELTA. 1990 bis 1991 war er stellvertretender Chef-Ökonom der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London.[4] 1991 wurde er Redakteur des Review of Economic Studies und blieb dies bis 1997. 1992 wurde er leitender Redakteur von The Economics of Transition. 1992 bis 1996 war er Mitglied des Nuffield College der University of Oxford. Ab 1996 war er Professor am University College London bis zu seinem Wechsel an die Harvard University im Jahr 2000.[5] Seit Oktober 2015 ist er Professor am Collège de France in Paris mit dem Lehrstuhl „Institutionen, Innovation, und Wachstum“ und Centennial Professor an der London School of Economics, seit 2020 zudem an der Business School Insead.[6] Er ist außerdem Mitglied des Cercle des économistes und Associate an der PSE – Paris School of Economics sowie seit 2023 Co-Vorsitzender des Committee on Generative Artificial Intelligence.

2017 wurde Aghion gemeinsam mit dem an der Universität Zürich forschenden Wirtschaftsprofessor Ernst Fehr zum lebenslangen ausländischen Ehrenmitglied der American Economic Association, AEA, gewählt.[7] Die Anzahl der Ehrenmitglieder ist limitiert. Die Wahl erfolgt durch das Executive Committee der American Economic Association und findet nur statt, wenn ein bisheriges Ehrenmitglied verstirbt.[8]

  • mit Peter Howitt: Endogenous Growth Theory. MIT Press, London 1989, ISBN 978-0-262-01166-2.
  • mit Peter Howitt: A Model of Growth Through Creative Destruction. Econometrica, 60:2 (März 1992), 323–351.
  • mit Jeffrey G. Williamson: Growth Inequality and Globalization. Theory, History, and Policy. Cambridge University Press, Cambridge 1999, ISBN 978-0-521-65070-0.
  • mit André Sapir (Hrsg.), Giuseppe Bertola, Marco Buti, Martin Hellwig, Jean Pisani-Ferry, Dariusz K. Rosati, Peter M. Smith, Jose Vinals, Helen Wallace: An Agenda for a Growing Europe. The Sapir Report. Oxford University Press, 2003, ISBN 978-0-19-927148-1.
  • mit E. Cohen: Éducation et Croissance. 2004.
  • mit A. Banerjee: Volatility and Growth. Oxford University Press, 2005.
  • mit Rachel Griffith: Competition and Innovation. MIT Press, 2005.
  • mit S. Durlauf: Handbook of Economic Growth. Elsevier 2005, ISBN 978-0-444-50837-9.
  • mit Rachel Griffith: Competition and Growth. Reconciling Theory and Evidence. 2008, ISBN 978-0-262-51202-2.
Commons: Philippe Aghion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  1. a b Philippe Aghion | Collège de France. In: www.college-de-france.fr. 11. April 2022, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
  2. Philippe Aghion. In: The London School of Economics and Political Science. Abgerufen am 15. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b Christoph Eisenring: «Ich kämpfe für einen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz». In: nzz.ch. 28. März 2021, abgerufen am 30. Januar 2024.
  4. Institute for Fiscal Studies, People - Philippe Aghion (International Fellow), abgerufen am 10. Okt. 2008
  5. Yale University, Biographical Sketch for Philippe Aghion (Memento vom 8. September 2008 im Internet Archive) (PDF; 91 kB), abgerufen am 1. Dezember 2012
  6. Curriculum vitae. college-de-france.fr, abgerufen am 28. Januar 2018 (französisch).
  7. AER Foreign Honorary Members aeaweb.org, abgerufen am 15. April 2017.
  8. Die American Economic Association gibt die Preisträger für 2017 bekannt. aeaweb.org, 14. April 2017, abgerufen am 15. April 2017.
  9. Eintrag auf der Internetseite der Academia Europaea
  10. Nobelprize.org: The Prize in Economic Sciences 2025, 13. Oktober 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025