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Parchowo

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Parchowo / Parchòwò
Wappen der Gmina Parchowo
Parchowo / Parchòwò (Polen)
Parchowo / Parchòwò (Polen)
Parchowo / Parchòwò
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Bytowski
Gmina: Parchowo
Geographische Lage: 54° 12′ N, 17° 40′ OKoordinaten: 54° 12′ 25″ N, 17° 40′ 9″ O
Einwohner: 1147 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 77-124
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GBY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ŻukowoBytów
Nächster int. Flughafen: Danzig

Parchowo (kaschubisch Parchòwò; deutsch Parchau) ist ein Dorf im Powiat Bytowski der Woiwodschaft Pommern in Polen. Es ist Sitz der Landgemeinde Parchowo. Die Gemeinde mit mehr als 3700 Einwohnern hat 2006 Kaschubisch als zweite Amtssprache eingeführt.

Das Dorf liegt zwischen den Städten Gdańsk (Danzig) und Słupsk (Stolp), etwa 17 Kilometer ostnordöstlich der Kreisstadt Bytów (Bütow) im östlichen Hinterpommern.

Die Umgebung des Dorfs ist von Wäldern und Seen geprägt, die zur Kaschubischen Seenplatte gehören. Östlich grenzt die Feldmark des Dorfs an den 384 Hektar umfassenden Mausz (Großer Mausch-See). Südlich des Dorfs liegt der Stropno (Stropne-See), den sich früher die Güter Jellentsch und Parchow oder Parchau teilten.[2] Nahe gelegen ist ebenfalls ein 214 Hektar großes Torf- und Waldnaturschutzgebiet.

Dorfkirche, 2013

Vormittelalterliche Urnenfunde zeugen von einer frühen Besiedlung um das heutige Parchowo. Im Jahre 1253 wurde der Ort schriftlich von einem Bischof Wolimir erwähnt, der von einem Erlass des Zehnten wegen der schlechten Ertragslage der Landwirtschaft berichtet. Es wird angenommen, dass die Pfarrei um 1230 vom pommerellischen Herzog Swantopolk II. errichtet wurde. Während der Zugehörigkeit zu Pommerellen unterstand der Ort dem Burgbezirk von Chmielno (Chmelno).

Nach dem Aussterben der pommerellischen Herzöge fiel das Land 1310 an den Deutschen Orden, doch regelten sich die örtlichen Angelegenheit des Dorfs weiter nach polnischem Recht. Die Ordensritter herrschten hier bis 1466, ehe sie mit dem Zweiten Thorner Frieden Pommerellen an Polen abgeben mussten.

Von 1567 bis 1772 war Parchow Sitz einer Starostei, die Pfarre gehörte jedoch lange Zeit zum Dekanat Bütow in Pommern. Auf der Lubinschen Karte von 1618 ist das Dorf unter dem Namen Parchow verzeichnet. Im Jahre 1666 brach im Ort ein großer Brand aus, dem auch die hölzerne Kirche zum Opfer fiel. Sie wurde jedoch schon im gleichen Jahr wieder aufgebaut.

Als Folge der Ersten polnischen Teilung von 1772 kam das Dorf unter preußische Herrschaft. Es lag in der Provinz Westpreußen und kam nach der preußischen Verwaltungsreform zum Kreis Karthaus im Regierungsbezirk Danzig.

Im November 1828 wurde das Gut Parchau mit einer Flächengröße von 1520 Morgen und 124 Quadratruten, das zum Königlichen Domänenamt Berent gehörte, öffentlich zum Kauf oder zur Pacht angeboten.[3]

1855 wurde der Neubau der heute noch bestehende St.-Nikolaus-Kirche geweiht. Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatte der Ort 660 Einwohner.

Wegen der Bestimmungen des Versailler Vertrags, der die Verlegung des sogenannten Polnischen Korridors durch westpreußisches Territorium vorsah, musste Deutschland große Teile Westpreußens abtreten, und so kam Parchau/Parchowo 1920 zu Polen. Es wurde nun im Powiat Kartuzy in der Woiwodschaft Danzig verwaltet. Nach dem deutschen Überfall auf Polen kam Parchowo als Parchau bis Kriegsende zum Deutschen Reich.[4]

Persönllchkeiten

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  • Parchau, Dorf mit Gut, Kreis Karthaus, Regierungsbezirk Danzig, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Parchau (meyersgaz.org).
Commons: Parchowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1087, Nr. (7) (Google Books) .
  3. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, No. 46, Cöslin, 12. November 1828, S. 289–290, Verordnung No. 248 (Google Books).
  4. Amtsbezirk Sullenschin auf territorial.de