Manuel Cabral Aguado-Bejarano
Manuel Cabral Aguado-Bejarano (* 26. Januar 1828 in Sevilla; † 1891 ebenda) war ein spanischer Maler der Sevillaner Schule des 19. Jahrhunderts.[1]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Manuel Cabral y Aguado, auch Cabral Bejarano genannt, war der Sohn des Malers Antonio Cabral Bejarano sowie der Bruder von Rafael, Juan und Francisco Cabral Bejarano. Er erhielt seine erste Ausbildung bei seinem Vater und studierte anschließend an der Escuela de Bellas Artes in Sevilla, an der er später selbst als Lehrer tätig war. Dort erhielt er verschiedene Auszeichnungen. Er unternahm Studienreisen nach Paris und Rom. Ab 1863 war er Mitglied der Academia de Bellas Artes in Sevilla sowie der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in Madrid. Er wirkte als Ehrenhofmaler von Königin Isabel II. Laut älteren Angaben war er auch Hofmaler des spanischen Königs. Seit etwa 1850 stellte er Historien-, Genre- und Landschaftsbilder sowie Porträts auf Kunstausstellungen in Spanien und im Ausland aus.[1]
Als Vertreter der Sevillaner Malerschule des 19. Jahrhunderts war er in seiner frühen Schaffensphase von den romantischen Auffassungen seines Vaters geprägt. Ab der Mitte der 1870er Jahre wandte er sich einem strengeren, akademisch geprägten Realismus zu und näherte sich später der kleinformatigen, auf dekorative Effekte bedachten Malerei des sogenannten Tableautins.[1]
Werk
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Cabral y Aguado erlangte besondere Popularität durch seine detaillierten Milieuschilderungen und costumbristischen Szenen, die als Zeitzeugnisse des romantischen Sevilla gelten. Thematisch widmete er sich Volksfesten, Prozessionen, Szenen auf Plätzen und Jahrmärkten, Darstellungen aus Schenken mit Musikanten und Tänzern sowie bürgerlichen Salonszenen. Charakteristisch sind eine minutiöse Zeichnung, eine prunkvolle Farbgebung sowie vielfigurige Kompositionen. Ein zentrales Werk ist die Darstellung einer Fronleichnamsprozession in Sevilla, die 1858 in Madrid ausgestellt und für das Prado Museum angekauft wurde. Auch Porträts nehmen einen wichtigen Platz in seinem Œuvre ein, darunter Bildnisse historischer Persönlichkeiten sowie zeitgenössischer Auftraggeber. Die Historienmalerei spielte zwar nur eine untergeordnete Rolle, ist aber mit dem Werk La caída del andamio (Der Einsturz des Gerüsts) aus dem Jahr 1862 dargestellt.[2]
En la Romería de Torrijos
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Das Gemälde stellt die Romería del Santo Cristo de Torrijos dar. Diese gilt als die wichtigste Wallfahrt der Comarca Aljarafe[3]. Zu sehen ist der Pilgerzug von Gläubigen aus Valencina und den umliegenden Ortschaften zur Einsiedelei, in der das Christusbild verehrt wird. Die Einsiedelei befindet sich in der Hacienda de Torrijos an der Straße von Valencina nach Salteras. Die Wallfahrt geht auf das Jahr 1600 zurück, als am 29. September eine Darstellung Christi an der Geißelsäule aufgefunden wurde. Bis 1923 fand die Romería jährlich an diesem Datum statt, dem Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Anschließend wurde sie auf den zweiten Sonntag im Oktober verlegt.[4]
Das Werk gehört zur späten Schaffensphase von Manuel Cabral Bejarano, in der eine aufwändige, farblich differenzierte Malweise mit einer großen Anzahl von Figuren verbunden ist. Die Komposition ist um zwei tanzende Paare angelegt, die von Gitarren- und Tamburinklängen begleitet werden und Kastagnetten benutzen. Ein im Vordergrund liegender Hut verweist auf den Beginn des Tanzes, da es Brauch war, den Hut zu Füßen einer jungen Frau zu werfen, um sie zum Tanz aufzufordern. Die Wallfahrer haben mit ihren geschmückten Wagen, die links und rechts im Bild zu sehen sind, eine Rast eingelegt. Im Hintergrund ist ein ländlicher Gebäudekomplex erkennbar, möglicherweise die Hacienda de Torrijos. Das Gemälde ist 1883 datiert und signiert. Es gehörte zu den beiden Werken, die der Künstler für die Exposición Nacional de Bellas Artes des folgenden Jahres einreichte. Dort fand es jedoch weder bei den führenden Kritikern noch bei der Jury besondere Beachtung. Manuel Cabral Bejarano nahm regelmäßig an diesen nationalen Ausstellungen teil und war zwischen 1858 und 1890 bei allen entsprechenden Veranstaltungen vertreten. Insgesamt erhielt er lediglich drei ehrenvolle Erwähnungen (1858, 1860 und 1867), ohne eine Medaille zu erlangen. Zur Ausstellung von 1890 reichte er ein weiteres Werk mit demselben Thema ein, das jedoch größere Abmessungen als das hier beschriebene Gemälde aufwies.[4]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, E. A. Seemann, Leipzig, 1911.
- Manuel Ossorio y Bernard: Galería biografica de artistas españoles del siglo XIX, Madrid, 1883–1884.
- Enrique Valdivieso: Historia de la pintura sevillana: siglos XIII al XX, Sevilla, 1900.
- Alberto Reina Palazón: La pintura costumbrista en Sevilla (1830–1870), Sevilla, 2013.
- María Elena Gómez-Moreno: Guía del Museo Romántico, Madrid, 1970.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 3: Bülow – Cossin. Paris, 2006
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 3: Bülow – Cossin. Paris 2006.
- ↑ Manuel Cabral Aguado Bejarano. Abgerufen am 2. Februar 2026 (spanisch).
- ↑ La comarca del Aljarafe. In: Ayuntamiento de Castilleja de la Cuesta. (castillejadelacuesta.es [abgerufen am 2. Februar 2026]).
- ↑ a b En la Romería de Torrijos. Abgerufen am 2. Februar 2026 (spanisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cabral Aguado-Bejarano, Manuel |
| ALTERNATIVNAMEN | Cabral Bejarano, Manuel |
| KURZBESCHREIBUNG | spanischer Maler |
| GEBURTSDATUM | 26. Januar 1828 |
| GEBURTSORT | Sevilla |
| STERBEDATUM | 1891 |
| STERBEORT | Sevilla |