Leza Uffer
Leza Uffer (* 4. September 1912 in Tinizong; heimatberechtigt in Savognin; † 2. August 1982 in St. Gallen) war ein Schweizer Romanist, Sammler, Erforscher und Herausgeber rätoromanischer Märchen.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leza Uffer war der Sohn des Lehrers und Schriftstellers Giatgen Mitgel Uffer und der Anna Sibila geborene Spinas. Die jüngere Schwester Margarita Uffer war eine rätoromanische Schriftstellerin, die den Linguisten Giuseppe Gangale, einen Erforscher von Minderheitensprachen, heiratete.[1] Er absolvierte das Gymnasium in St. Gallen und Schwyz und studierte Romanistik und Kunstgeschichte in Zürich, Rom, Florenz, Perugia, Genf und Paris. Uffer wurde 1939 an der Universität Zürich mit einer Dissertation zum rätoromanischen Märchen promoviert. Josy Hasler wurde seine Ehefrau.[2]
Uffer war von 1937 bis 1978 Lehrer an der Kantonsschule St. Gallen und Lektor für Rätoromanisch an der Handelshochschule St. Gallen. Zudem hatte er einen Lehrauftrag für rätoromanische Sprache und rätoromanische Literatur an der Universität Genf.[2]
Bedeutend war Uffer als Sammler, Erforscher und Herausgeber rätoromanischer Märchen. Er veröffentlichte 1948 und 1958 die Gedichtbände Rosas Menlas und Dudisch Sonets toscans. Uffer schuf das sogenannte Interrumantsch als Konzept einer überregionalen Schriftsprache, die auf der surmeirischen Sprache basierte. Für Radio und Fernsehen produzierte er rätoromanische Sendungen. Uffer initiierte 1946 die Zeitung Igl Grischun Central, die er bis 1948 herausgab.[2]
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rätoromanische Märchen und ihre Erzähler. Neugesammelte romanische Märchen. Ein Beitrag zur rätischen Märchenforschung (Dissertation). Helbing & Lichtenhahn, Basel 1944.
- mit Plasch Spegnas: Die Märchen des Barba Plasch. Atlantis, Zürich 1955.
- Rätoromanische Märchen. Diederichs; Köln 1973 (4. Auflage 1990), ISBN 978-3-424-00483-0.
- Die Rätoromanen in der Schweiz. In: Alemannisches Jahrbuch. 1961. S. 100–129.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Reto R. Bezzola. Litteratura dals Rumauntschs e Ladins. Chur 1979. S. 667–668.
- Annalas, Band 96 (1983). S. 222–228.
- Igl Noss Sulom, Band 62 (1983).
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Manfred Gross: Margarita Uffer. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. Januar 2014.
- ↑ a b c Ursina Guldemond-Netzer: Leza Uffer. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. Januar 2014.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Uffer, Leza |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Romanist, Dichter und Herausgeber rätoromanischer Märchen. |
| GEBURTSDATUM | 4. September 1912 |
| GEBURTSORT | Tinizong, Schweiz |
| STERBEDATUM | 2. August 1982 |
| STERBEORT | St. Gallen, Schweiz |