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Kruckel

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Kruckel
Stadt Dortmund
Koordinaten: 51° 27′ N, 7° 25′ OKoordinaten: 51° 27′ 18″ N, 7° 24′ 39″ O
Höhe: ca. 110 m ü. NHN
Einwohner: 1327 (31. Dez. 2018)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. August 1929
Postleitzahl: 44227
Vorwahl: 0231
Unterbezirk: 662
Verbliebene Gebäude der Zeche Vereinigte Wiendahlsbank
Bahnhof Dortmund-Kruckel

Kruckel ist ein südwestlicher Stadtteil von Dortmund im Stadtbezirk Hombruch. Der Stadtteil Kruckel gehört zum statistischen Bezirk Persebeck-Kruckel-Schnee. Gesprochen wird der Ortsname Kruckel entgegen der Schreibweise mit einem langen u als Kruhkel (Dehnungs-c).Die Nachbarorte sind das zu Witten gehörende Rüdinghausen und die Dortmunder Stadtteile Persebeck, Großholthausen und Schnee.

Erste Erwähnungen

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Kruckel wurde erstmals 1274 mit Ditmarus Kruckelo urkundlich erwähnt. Weitere Namen erscheinen mit Johannes de Crukelo (1310), Henricus de Crukelo (1318), Johan van Krukelo (1345), Theodericus de Krukelo (1380) und Nolleke van Krukelo (1381) im Dortmunder Urkundenbuch oder dem des Klosters Clarenberg. Im Jahr 1841 wird Kruckel als Bauerschaft in einer Ortschaftstabelle bezeichnet.

Geht man für Kruckel bei der Namensdeutung von einem Bestimmungswort aus, das in einem nicht näher bestimmbaren Sinne etwas Gekrümmtes bezeichnet, dürfte ein Waldstück nach seiner Form benannt worden sein.[1]

Kruckel gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in der Bauerschaft Groß-Holthausen (Groitte Holthuysen) und Amt Hörde (historisch) zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatte in der Bauerschaft ein Hans Kruyckelman vier Goldgulden an Abgabe zu leisten.[2] Im gleichen Jahr gab es vier Höfe und einen Kotten in Kruckel.[1] 1705 gehörte der Ort zum Kirchspiel Rüdinghausen und im Dorf Kruckel waren vier Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Hörde im Kataster verzeichnet.[3]

Wirtschaftsgeschichtlich hatte Kruckel Bedeutung als Standort der Zeche Vereinigte Wiendahlsbank, die 1856 gegründet wurde und bis 1924 Kohleabbau betrieb. Außerdem bestand dort die Zeche Johannes Erbstollen. Neben den beiden großen Zechen bestanden noch mehrere Kleinzechen.[4] Seit 1905 bestand neben der Zeche das erste Kraftwerk der VEW.[5] Von der Tradition der Stromerzeugung im Stadtteil zeugt heute ein 1908 errichtetes Umspannwerk der Amprion.[6] Im Rahmen des Neubaus einer 380-kV-Stromtrasse von Kruckel nach Rheinland-Pfalz begannen hier 2012 umfangreiche Umbaumaßnahmen.[7] In Kruckel existierte bis 1932 außerdem eine Glashütte.[8] 1900 entstand die Kruckeler Grundschule.[9] Am 1. August 1919 wurde Kruckel nach Dortmund eingemeindet.

Weitere Entwicklung

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Auf dem Gelände der Zeche Wiendahlsbank entstand nach 1945 ein Gewerbegebiet.[10] Auf dem Gelände des Kraftwerks Kruckel entstanden die heutige Kruckeler Grundschule sowie ein Sportplatz.[11] In den letzten Jahrzehnten entstand das Baugebiet Boverfeld in Kruckel.[12]

Die Kruckeler Grundschule ist am Sportplatz des TuS Kruckel an der Rüdinghauser Straße beheimatet. Ein Spielplatz befindet sich im Boverfeld.

Discounter (2008)

In Kruckel befinden sich zwei Discounter, die die Nahversorgung sicherstellen.

In Kruckel gibt es einen Fahrradweg, den Rheinischen Esel, eine ehemalige Bahnstrecke. Der Zugang zu ihm befindet sich im Boverfeld.

Über die Linie 448 der Stadtwerke Dortmund im VRR ist der Ort in den ÖPNV eingebunden. An das Schienennetz ist Kruckel über die S-Bahn-Linie S5 auf der Strecke von Dortmunder Hauptbahnhof nach Witten und Hagen angebunden und besitzt mit dem Haltepunkt Dortmund-Kruckel einen eigenen Haltepunkt an der Bahnstrecke Elberfeld–Dortmund. Dort verkehrt die S 5 der S-Bahn Rhein-Ruhr.

Bevölkerungsstruktur im statistischen Unterbezirk Kruckel:

  • Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen: 21,1 % [Dortmunder Durchschnitt: 16,2 % (2018)][13]
  • Bevölkerungsanteil der mindestens 65-Jährigen: 19,2 % [Dortmunder Durchschnitt: 20,2 % (2018)][14]
  • Ausländeranteil: 4,1 % [Dortmunder Durchschnitt: 18,2 % (2018)][15]
  • Arbeitslosenquote: 4,0 % [Dortmunder Durchschnitt: 13,4 % (2013)]
  • Das durchschnittliche Einkommen in Kruckel liegt etwa 35 % über dem Dortmunder Durchschnitt.

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr Einw.
2003 1037
2008 1207
2010 1206
2013 1312
2018 1327

Zeche WiendahlsbankZeche Johannes ErbstollenBahnhof Dortmund-KruckelKraftwerk Kruckel

Commons: Kruckel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. a b Alter Ortskern Kruckel. In: rheinischer-esel-dortmund.de. Abgerufen am 27. Januar 2026.
  2. Aloys Meister: Die Grafschaft Mark, Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 31 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Groß-Holthausen)
  3. Westfälisches Schatzungs- und Steuerregister, Band 6, Münster 1980. Darin: Kataster der Kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705, Bearb. von Willy Timm, S. 128/129
  4. Die Kruckeler Kleinzechen. In: rheinischer-esel-dortmund.de. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
  5. Das Kraftwerk Kruckel. In: rheinischer-esel-dortmund.de. Abgerufen am 26. Januar 2026.
  6. Die Umspannanlage und die neuen Energien. In: rheinischer-esel-dortmund.de. Abgerufen am 26. Januar 2026.
  7. Christian Rothenberg: Neubau der Stromtrasse. In: Ruhr Nachrichten, 5. April 2011 (abgerufen am 4. Juni 2012).
  8. Die Glashütte Kruckel am Stattskamp. In: rheinischer-esel-dortmund.de. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
  9. Die Langelohschule. In: rheinischer-esel-dortmund.de. Abgerufen am 26. Januar 2026.
  10. Weitere Entwicklung der Wohnbebauung bis heute. In: rheinischer-esel-dortmund.de. Abgerufen am 26. Januar 2026.
  11. Das Kraftwerk Kruckel - Rheinischer-Esel-Dortmund. Abgerufen am 26. Januar 2026.
  12. Kruckel - Vorweg. In: rheinischer-esel-dortmund.de. Abgerufen am 26. Januar 2026.
  13. Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen Statistikatlas 2019 (Memento des Originals vom 26. Juni 2021 im Internet Archive; PDF; 9,1 MB)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dortmund.de
  14. Bevölkerungsanteil der mindestens 65-Jährigen Statistikatlas 2019 (Memento des Originals vom 26. Juni 2021 im Internet Archive; PDF; 9,1 MB)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dortmund.de
  15. Bevölkerungsanteil mit ausschließlich nicht-deutscher Staatsangehörigkeit (Memento des Originals vom 26. Juni 2021 im Internet Archive; PDF; 9,1 MB)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dortmund.de