Joachim Erdmann von Arnim
Joachim Erdmann von Arnim (geboren 24. April 1741 in Gerswalde; gestorben 17. Januar 1804 in Berlin)[1][2][3] war ein Königlich Preußischer Kammerherr und Diplomat.

Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Er entstammte dem Adelsgeschlecht Arnim aus dem uckermärkischen Familienzweig Blankensee. Sein Vater war Otto von Arnim (1682–1748), seine Mutter dessen zweite Frau und Cousine Anna Louise von Arnim (1710–1785). Da Otto von Arnim aus beiden Ehe insgesamt zwanzig Kinder hatte, mussten sich die überlebenden sieben Söhne das Erbe teilen. Johann Erdmann erhielt das Vorwerk Neudorf, Kölpin, Kaakstedt und 885 Morgen Wald. Nach dem Besuch der Ritterakademie in Liegnitz studierte er ab 1756 die Rechte in Frankfurt an der Oder.[4]
Nach kurzem Studium wurde er Kammerherr und erhielt zudem zwei Pfründe als Domherr am Dom in Brandenburg und Domdechant am Dom zu Kammin. Zudem war er Ritter des Johanniterordens und designierter Kommendator auf die Kommende Werben. Im Jahr 1763 kaufte er das nahe an seinen bisherigen Ländereien liegende Gut Friedenfelde und ließ es im Stil des Rokoko umbauen.[5] Dafür gründete er die später Erdmannswalde genannte Ziegelei.
1770 ernannte ihn der preußischen König Friedrich II. zum Gesandten am dänischen Hof von Christian VII. in Kopenhagen, wo er den Danebrog-Orden verliehen bekam. Dort erlebte er den Aufstieg und Fall von Johann Friedrich Struensee. In seiner dänischen Zeit erwarb er für 200 Reichstaler einen Sklaven, der 1780 in Berlin juristisch seine Freilassung verlangte. Friedrich II. lehnte jedoch die Freilassung ab.[6] Im Dezember 1774 wurde von Arnim entlassen, weil er die Teilnahme an der Geburtstagsfeier von Juliane von Braunschweig-Wolfenbüttel, der Stiefmutter des dänischen Königs und engen Vertrauten des preußischen Königs, versäumt hatte. Anschließend diente Arnim ein Jahr als Gesandter in Dresden. 1776 wurde er Intendant der Berliner Königlichen Oper[7] und des neugegründeten Französischen Komödienhauses am Gendarmenmarkt. Durch die Schließung beider Spielstätten aufgrund des Ausbruchs des Bayerischen Erbfolgekriegs 1778 blieb Arnim auf hohen Schulden für seine Investitionen sitzen.[8]
1777 heiratete der 36-jährige Arnim die sechzehnjährige Amalie Caroline von Labes (1761–1781). Ihr Vater, der Jurist Hans Labes (1731–1776), war kurz vor seinem Tod geadelt worden. Seine Witwe Caroline von Labes geb. Daum verw. Fredersdorff (1730–1810)[9] kaufte 1780 das Ländchen Bärwalde mit Schloss Wiepersdorf und weiteren Rittergütern und überließ es ihrer einzigen Tochter als Mitgift. Die Güter Wiepersdorf, Bärwalde und Herbersdorf wurden verpachtet, während die Familie in Berlin lebte. Ihr erster Sohn war Karl Otto Ludwig von Arnim (1779–1861). Drei Wochen nach der Geburt ihres zweiten Sohnes, des späteren Dichters Achim von Arnim (1781–1831), starb Amalie Caroline mit nur 19 Jahren. Die Erziehung der Kinder und die Verwaltung des Ländchens überließ Arnim weitgehend seiner Schwiegermutter, die den Enkeln 1802 auch eine Bildungsreise finanzierte.[10]
Joachim Erdmann von Arnim selbst lebte zurückgezogen auf Gut Friedenfelde in der Uckermark oder in seiner Wohnung in Berlin.
Er starb 1804 in Berlin und wurde in der Dorfkirche Kaakstedt begraben, deren Patron er war. Seinen Söhnen hinterließ er neben Schulden das heruntergekommene Gutshaus Friedenfelde.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Werner Konstantin von Arnswaldt, Ernst Devrient: Das Geschlecht v. Arnim. Teil II: Geschichte der Familie. 2. Band: Hauptstamm Gerswalde. Annois von Arnim-Wiepersdorf: 9. Kapitel. C. Die Linien Blankensee/ u. Friedenfelde. Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte Leipzig, Hrsg. Dietlof Graf von Arnim-Boitzenburg, Curt von Arnim-Petznick, Georg von Arnim-Suckow, A-Wieck-Verlagsbuchhandlung GmbH Prenzlau/Selbstverlag Familienverband v. Arnim, Boitzenburg, Leipzig, Prenzlau, Suckow 1922, DNB 560325223, S. 388–398. (Mit Portrait u. Portrait seiner Frau).
- Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. Teil 1: A - L. In: Historische Kommission zu Berlin: Einzelveröffentlichungen. Band 85; Hrsg. Klaus Neitmann: Einzelveröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA). Band VII, K. G. Saur, München/ Walter de Gruyer-Berlin 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 17 f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutsche Biographie: Arnim, Joachim Erdmann von
- Resident, Minister, Kammerherr Joachim Erdmann von Arnim
- Kalliope-Verbund: Nachlass Arnim, Joachim Erdmann von-Nachlass BLHA
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. K. G. Saur-München/ Walter de Gruyter, Berlin 2009, S. 17 f.
- ↑ Deutsche Biographie: Arnim, Joachim Erdmann von.
- ↑ Arnim, Joachim Erdmann von (1741-1804)-Nachlass im BLHA-Potsdam. Stand 2005.
- ↑ Jürgen Knaack: Alles geschieht in der Welt der Poesie wegen. Leben und Werk des Achim von Arnim. PDF. Reichert-Verlag, Wiesbaden 2021, ISBN 978-3-95490-541-6, S. 7–10.
- ↑ Gutshaus Friedenfelde. Abgerufen am 1. September 2022.
- ↑ Rebekka von Mallinckrodt: Verhandelte (Un-) Freiheit: Sklaverei, Leibeigenschaft und innereuropäischer Wissenstransfer am Ausgang des 18. Jahrhunderts. In: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft. (GG). Band 43, Nr. 3, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, ISSN 2196-9000, 347-380, Insb. S. 363–369.
- ↑ Arnim, Achim von. Deutsche Biographie.
- ↑ Jürgen Knaack: Alles geschieht in der Welt der Poesie wegen. Leben und Werk des Achim von Arnim. PDF. Reichert-Verlag, Wiesbaden 2021, ISBN 978-3-95490-541-6, S. 7–10.
- ↑ Familie von Arnim., In: Herrenhaus-Wiepersdorf.de. Stand 2022.
- ↑ Achim von Arnim 1811-1831. In: Herrenhaus-wiepersdorf.de. Stand 2019.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Arnim, Joachim Erdmann von |
| KURZBESCHREIBUNG | Königlich Preußischer Kammerherr und Diplomat |
| GEBURTSDATUM | 24. April 1741 |
| GEBURTSORT | Gerswalde |
| STERBEDATUM | 17. Januar 1804 |
| STERBEORT | Berlin |