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Henry B. Gonzalez

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Henry B. Gonzalez

Henry Barbosa Gonzalez (geboren Enrique Barbosa Prince de González; * 3. Mai 1916 in San Antonio, Texas; † 28. November 2000 ebenda) war ein US-amerikanischer Politiker. Zwischen 1961 und 1999 vertrat er den Bundesstaat Texas im US-Repräsentantenhaus.

Henry Gonzalez war der Sohn zweier mexikanischer Immigranten; des Journalisten Leonides González und dessen Frau Genoveva Barbosa Prince de González. Er studierte an der University of Texas in Austin und am San Antonio College bevor er 1943 an der St. Mary’s University School of Law seinen Abschluss in Jura machte. Während des Zweiten Weltkriegs diente er als Zensor, woraufhin er als Berater, von 1945 bis 1947 als Leiter der Bewährungsbehörde im Bexar County und von 1947 bis 1951 im Übersetzungsdienst seines Vaters arbeitete.

Gleichzeitig begann er als Mitglied der Demokratischen Partei eine politische Laufbahn. 1947 übernahm er eine Führungsposition in der Pan American Progressive Association, einer Interessensvertretungsgruppe für Hispanics. Von 1953 bis 1956 gehörte er als erster Mexikanischer Amerikaner dem Stadtrat von San Antonio an. Er zeichnete sich durch seine Opposition zur Rassentrennung aus. Danach saß er zwischen 1956 und 1961 als erster Mexikanischer Amerikaner seit einem Jahrhundert im Senat von Texas, wo er sich weiterhin gegen die Rassentrennung und für die Bürgerrechtsbewegung aussprach. Ein Jahr nach Amtsantritt hielten er und sein Kollege Abraham Kazen mit 36 Stunden den längsten Filibuster der texanischen Parlamentsgeschichte. Die Gesetze, deren Erlass sie so verhinderten, hatten sich gegen die Bürgerrechtsbewegung und konkret gegen die Desegregation öffentlicher Schulen (Brown v. Board of Education) gerichtet. Er trat 1958 bei den Gouverneurswahlen in Texas an, erreichte mit 18,6 % der Stimmen allerdings nur den dritten Platz hinter Price Daniel und W. Lee O’Daniel. Im Rahmen der Präsidentschaftswahl 1960 unterstützte er John F. Kennedy und beteiligte sich an der Viva-Kennedy-Kampagne, die die Stimmen der Latinos für den Kandidaten der Demokraten mobilisieren sollten. 1961 kandidierte er erfolglos für den Senat.

Nach dem Rücktritt des Abgeordneten Paul Joseph Kilday wurde Gonzalez bei der fälligen Nachwahl für den 20. Sitz von Texas als dessen Nachfolger in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 4. November 1961 sein neues Mandat antrat. Er war der erste Tejano im Amt. Nach 18 Wiederwahlen konnte er bis zum 3. Januar 1999 im Kongress verbleiben. In diese Zeit fielen unter anderem der Vietnamkrieg, die Watergate-Affäre und der Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung. Gonzalez gehörte dem linken Flügel der Demokratischen Partei an und wurde dafür als „Pinko“ und Kommunist verleumdet. Seinen Einfluss konnte er vor allem im Finanzausschuss geltend machen, den er zwischen 1989 und 1995 leitete. 1977 war Gonzalez Vorsitzender des Select Committee on Assassinations, das die politischen Attentate der 1960er Jahre nochmals untersuchte. Dazu gehörten auch die Anschläge auf Präsident John F. Kennedy und Martin Luther King.

Am Ende seiner Zeit als Parlamentarier erkrankte er und konnte über ein Jahr lang nicht an den Sitzungen des Kongresses teilnehmen. Aus diesem Grund verzichtete er 1998 auch auf eine weitere Kandidatur. Er schaffte es aber, dass sein Sohn Charles die Nominierung seiner Partei für sein Abgeordnetenmandat erhielt. Dieser wurde dann auch zu seinem Nachfolger gewählt. Der jüngere Gonzalez übt sein Mandat bis heute aus. Sein Vater starb am 28. November 2000 in San Antonio.