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Felicitas Goodman

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Felicitas Goodman, etwa 1988

Felicitas D. Goodman (geb. Daniels; * 30. Januar 1914 in Budapest, Ungarn; † 30. März 2005 in Columbus (Ohio), USA) war eine Kulturanthropologin, Tranceforscherin und Schriftstellerin.

Felicitas D. Goodman wurde 1914 in Budapest geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie als deutschstämmige Ungarin in Ungarn, Rumänien und Deutschland. 1931 wurde ihre Familie aus Siebenbürgen ausgewiesen. Von 1931 bis 1934 studierte Goodman an der Universität Heidelberg. Sie schloss ihr Studium als Diplomdolmetscherin für englische Sprache ab. 1947 übersiedelte sie mit ihrer Familie in die USA und arbeitete als Übersetzerin und Privatdozentin. An der Ohio State University studierte sie Linguistik und Kulturanthropologie und schloss mit einem Diplom in Linguistik und der Promotion in Kulturanthropologie ab. Danach lehrte sie bis 1978 als Professorin für Linguistik, Ethnologie und Kulturanthropologie an der Denison University (Ohio). An der Denison University begann Goodman in Zusammenarbeit mit ihrer Lehrerin Erika Bourguignon eine siebzehnjährige Forschungsarbeit über Frauen einer Pfingstgemeinde in einem Dorf in Yucatán, Mexiko. Eine Monographie über diese Feldforschung, 17 Years with the Women of a Maya Village, erschien 1999.[1]

Goodman schrieb ein Buch zum Fall Anneliese Michel, einer bischöflich angeordneten Teufelsaustreibung, die mit deren Tod endete. Goodmans Thesen werden von Anhängern kultisch-religiöser Deutungsversuche regelmäßig als Beleg einer teuflischen Besessenheit der Anneliese Michel ins Feld geführt,[2][3] obwohl ihre Arbeit auf breiter Basis als unwissenschaftlich und nicht nachvollziehbar bezeichnet wird.[4][5] Dabei hatte Goodman nur einen Deutungsversuch des Exorzismus geschrieben und damit keine „wissenschaftlich fundierte“ Darstellung des Falls unternommen. Goodman hat den neurophysiologischen Vorgang beim Channeling, einem Trancezustand, in dem Besessenheit auftritt, erstmals 1998 in den USA im Labor untersuchen lassen.[6]

1979 gründete Goodman in der Nähe von Santa Fe das Cuyamungue Institut zur Erforschung und Lehre von rituellen Körperhaltungen und ekstatischer Trance.[7] Eine Schülerin von Goodman, Nana Nauwald, begründete 1997 ein deutsches Felicitas Goodman-Institut, deren Mitglieder seitdem die von Goodman begonnenen Forschungen über die Rituellen Körperhaltungen weiterführen. Inzwischen sind 78 Körperhaltungen auf ihre Wirkung in einer Körperhaltung, die mit Hilfe eines schnellen Rassel- oder Trommelrhythmus mit 210–240 bpm in eine Trance-Erfahrung, erforscht. Die Gehirnwellen, die bei einer Trance entstehen – meist Theta-Wellen – sind ebenfalls mit Hilfe von EEG-Messungen wissenschaftlich dokumentiert.[8]

  • Anneliese Michel und ihre Dämonen. Der Fall Klingenberg in wissenschaftlicher Sicht. 2. Auflage. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1987, ISBN 3-7171-0781-X
  • Ekstase, Besessenheit, Dämonen – die geheimnisvolle Seite der Religion, (1991), Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-00282-8
  • Trance. Der uralte Weg zum religiösen Erleben (1992); Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 5 (2003), ISBN 978-3-579-00969-8
  • Wo die Geister auf den Winden reiten (1993, 2007); Verlag: Binkey Kok, Neuaufl. (2007), ISBN 978-90-78302-19-3
  • Meine letzten 40 Tage. Eine indianische Vision über das Sterben und den Tod, Walter-Verlag (März 2001), ISBN 978-3-530-50005-9
  • Die andere Wirklichkeit – über das Religiöse in den Kulturen der Welt, (1994); ISBN 978-3-87294-989-9
  • Die blaue Brücke – Märchen (1945, 1999); Verlag: Schwerdtfeger (1945); Verlag: Binkey Kok (1999), ISBN 978-3-933467-03-4
  • Ekstatische Trance – das Arbeitsbuch[8] (in Zusammenarbeit mit Nana Nauwald und Freunden 2004); Verlag Binkey Kok, erweiterte und aktualisierte Neuauflage (2011, 4. Auflage), AT-Verlag ISBN 978-3-03800-610-7
Commons: Felicitas Goodman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Susan Josephson: Founder: Felicitas Goodman. In: cuyamungueinstitute.com. Cuyamungue Institute, abgerufen am 18. Dezember 2021 (englisch, Autorin ist Tochter von Goodman; Artikel ist Selbstdarstellung des Instituts).
  2. Jean-Marie Faerber. Zeitzeichen Fall Klingenberg. In: Georg Siegmund (Hrsg.): Von Wemding nach Klingenberg. Vier weltberühmte Fälle von Exorzismen. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1985, ISBN 3-7171-0869-7, S. 93–169, S. 155.
  3. Ernst Alt. Aussagen der Dämonen im Fall Klingenberg. In: Lisl Gutwenger (Hrsg.): Treibt Dämonen aus. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1992, ISBN 3-7171-0956-1, S. 235–245, S. 235.
  4. Petra Ney-Hellmuth: Der Fall Anneliese Michel. 2014, S. 241. Insbesondere Fußnote 946.
  5. Hoch im Himmel. In: Der Spiegel. Nr. 50, 1980 (online).
  6. Goodman Felicitas; Sussmann Neil, L.M. Konopka, J.W. Crayton: Private Research, Untersuchungen über die Unterschiede zwischen Channeling und Ekstatischer Trance. Chicago 1998.
  7. Susanne Jarausch: Über Felicitas Goodman. In: susanne-jarausch.at. Abgerufen am 18. Dezember 2021.
  8. a b Felicitas Goodman, Nana Nauwald: Ekstatische Trance – das Arbeitsbuch. AT Verlag, Aarau 2011, ISBN 978-3-03800-610-7.