Elfriede Geiringer

Elfriede Edith „Fritzi“ Geiringer (geborene Markovits, in zweiter Ehe verheiratete Frank; * 13. Februar 1905 in Wien, Österreich-Ungarn; † 2. Oktober 1998 in London, Vereinigtes Königreich) war eine jüdisch-österreichische Überlebende des Holocausts. Sie war die Mutter von Eva Schloss und die zweite Ehefrau von Otto Frank.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Elfriede Geiringer wurde am 13. Februar 1905 als Tochter des Elektrikers Rudolf Markovits (* 19. August 1874 in Wien; † Januar 1951 in Darwen, Lancashire) und dessen Ehefrau Helene (geborene Schubert; * 17. September 1879; † 1. Dezember 1963) in Wien geboren.[1] Fünf Jahre später kam ihre Schwester Sylvia Renée (* 17. Juni 1910 in Wien; † 26. Dezember 1977 in Windsor and Maidenhead, Berkshire) zur Welt.[1]
Nach ihrer Schulzeit lernte sie Erich Geiringer kennen und bekam später mit ihm zwei Kinder, die 1926 und 1929 geboren wurden. Die Familie floh wegen des Anschlusses Österreichs 1938 nach Belgien und dann in die Niederlande, wo sie sich als Nachbarn der Familie Frank niederließ.[2] Auch ihre Eltern und die jüngere Schwester flohen aus Österreich und ließen sich im Vereinigten Königreich nieder.[1] Der Vater arbeitete vor der Flucht aus Österreich als Beamter der AEG-Union Elektrizitätsgesellschaft.[1]
Nachdem die Niederlande unter deutsche Besatzung gekommen waren und ihr Sohn Heinz sich in einem Arbeitslager melden musste, versteckte sich die Familie zwei Jahre lang, wurde jedoch im Mai 1944 verraten,[3] von den Nazis verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gebracht.[2]
Elfriede Geiringer und die Tochter Eva wurden im Januar 1945 von der Roten Armee befreit, aber Erich und ihr Sohn Heinz waren auf dem Todesmarsch nach Mauthausen kurz vor Kriegsende umgekommen.
Sie und ihre Tochter Eva kehrten am 13. Juni 1945 nach Amsterdam zurück. Elfriede Geiringer heiratete im November 1953 Otto Frank, dessen erste Frau Edith Frank-Holländer Auschwitz ebenfalls nicht überlebt hatte. Sie ließen sich in Basel nieder.

Sie verbrachten einen großen Teil ihrer Zeit damit, die Menschen über die Bedeutung von Anne Franks Tagebuch und die Schrecken aufzuklären, die die Juden während des Holocaust erlebten. Ihr Engagement führte zur Gründung des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam. Am 2. Oktober 1998 starb Elfriede Geiringer im Alter von 93 Jahren im Schlaf in ihrem Haus in London.[4] Sie wurde neben ihrem Mann auf dem Friedhof Birsfelden bestattet. Ihr Ehemann Otto Frank war bereits 1980 gestorben.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Elfriede Frank im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Elfriede Geiringer bei IMDb
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d Tom Greenwood Memoirs – Chapter One – Family in Vienna, abgerufen am 5. Januar 2026
- ↑ a b Anne Frank’s step-sister highlights post-Holocaust traumas. Reuters, 8. April 2013, archiviert vom am 20. Juni 2019; abgerufen am 12. Juli 2020.
- ↑ Robert Gokl: Anne Franks Wiener Stiefschwester. 29. April 2020, abgerufen am 12. Juli 2020.
- ↑ Frank Noack: The Father. In: Veit Harlan. University Press of Kentucky, 2016, ISBN 978-0-8131-6700-8, S. 25–28, doi:10.5810/kentucky/9780813167008.003.0002.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Geiringer, Elfriede |
| ALTERNATIVNAMEN | Markovits, Elfride (Geburtsname); Frank, Elfriede; Geiringer, Elfriede Edith (vollständiger Name); Geiringer, Fritzi |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische, jüdische Überlebende des Holocausts |
| GEBURTSDATUM | 13. Februar 1905 |
| GEBURTSORT | Wien, Österreich |
| STERBEDATUM | 2. Oktober 1998 |
| STERBEORT | London, Vereinigtes Königreich |