Protonuraghe Brunku Madagui
Die Protonuraghe Brunku Madagui (auch Bruncu Madugui bzw. Brunku Maduli) ist eine sardischer Proto- oder Korridornuraghe (italienisch Nuraghe a corridoio). Sie liegt auf der Giara di Gesturi, 4,5 km vom Ort Gesturi. Korkreste datieren ihn auf 1820 v. Chr. und machen ihn damit zu einem der ältesten Nuraghen der Bonnanaro-Kultur, dem Vorläufer der Nuraghenkultur.
Beschreibung
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Die Nuraghe besteht aus einer früher etwa 4,5 m hohen, unregelmäßig geformten Steinterrasse von etwa 28,0 × 16,0 m. Die stark geböschten Wände bestehen aus großen polygonalen Blöcken. Noch erkennbar ist der Treppenanfang zur Terrasse. Auf ihr liegen die Grundmauern zweier runder Räume, die mit einem Dach aus lehmverstrichenen Zweigen gedeckt waren. Durch die Nuraghe führt ein gebogener Gang[1] mit mittiger, runder Zelle und Seitennischen.
Nuraghen dieser Art entstanden früher als die klassischen Tholosnuraghen. Sie verfügen zumeist nicht über falsche Gewölbe, sondern über interne verzweigte Gänge mit seitlichen Nischen. Anders als in den meisten Kuppelnuraghen sind die Korridore oben nicht spitzbogig, mit großen Steinplatten gedeckt. Die Nuraghen haben in der Regel sehr dicke Mauern und eine unregelmäßige Form. Ein weiteres Merkmal ist eine Plattform bzw. Terrasse, die den Protonuraghen bedeckt.
Um den Nuraghen befinden sich die Reste eines Dorfes, bestehend aus etwa einem Dutzend Rundhütten (italienisch Capanna Circulare). Der Protonuraghe und die umliegende Nuraghensiedlung aus dem späten 2. Jahrtausend v. Chr. wurden in den Parco Archeologico einbezogen.
Zeitstellung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die etwa 300 Protonuraghen auf Sardinien entstanden während der Phase B der zweiphasigen Bonnanaro-Kultur, die als Nachfolger der sowohl megalithischen als auch kupferzeitlichen Monte-Claro-Kultur etwa zwischen 1800 und 1500 v. Chr. herrschte. Das ist für Brunku Madagui aber eine unsichere Einordnung, denn Tonscherben hat man (ohne Angaben zur Datieruntechnik) 300 Jahre später eingeordnet. Anhaltspunkte für das auf der Hochfläche entstandene Dorf deuten auf noch spätere Jahrhunderte.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Giovanni Lilliu: I nuraghi. Torri preistoriche della Sardegna. La Zattera, Cagliari 1962.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Dorica Manconi, Giampiero Pianu: Sardegna (= Guide archeologiche Laterza. 14). Laterza, Rom u. a. 1981, S. 95 f.
Koordinaten: 39° 43′ 52″ N, 8° 59′ 52,5″ O