Besse (Dordogne)
| Besse | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée Dordogne | |
| Gemeindeverband | Domme Villefranche-du-Périgord | |
| Koordinaten | 44° 40′ N, 1° 6′ O | |
| Höhe | 170–345 m | |
| Fläche | 16,20 km² | |
| Einwohner | 148 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 9 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24550 | |
| INSEE-Code | 24039 | |
| Website | www.besse24.fr | |
Blick auf Besse | ||
Besse (, okzitanisch Beça) ist eine kleine französische Gemeinde mit 148 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Einwohner werden Bessois und Bessoises genannt.
Geografie
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Besse liegt etwa 65 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 26 Kilometer südsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 36 Kilometer nordwestlich von Cahors an der Grenze zum benachbarten Département Lot in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Das Gemeindegebiet liegt größtenteils im Einzugsgebiet der Garonne und wird entwässert von der Lémance, die es im Westen begrenzt, und von ihren Nebenflüssen, dem Caverieux, der es im Süden begrenzt, von der Bessoulière, die im Gemeindeareal entspringt, und von der Mer, die es im Nordwesten begrenzt.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Besse liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum, und aus Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine bewaldete Hügellandschaft auf, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten wird, nach Osten hin mit etwa höheren Erhebungen. Der topographisch höchste Punkt befindet sich dort mit 352 m Höhe am Lieu-dit Le Télégraphe. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südwesten mit 174 m Höhe beim Austritt der Lémance aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 240 m Höhe.
Rund 73 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, 27 % werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt.[2]
Besse wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
| Prats-du-Périgord | Doissat Saint-Pompon |
Campagnac-lès-Quercy |
| Marminiac (Lot) | ||
| Saint-Cernin-de-l’Herm | Villefranche-du-Périgord |

Natürliche Risiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Naturrisiken manifestieren sich in Besse als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist der Großteil des Gemeindegebiets von Besse von der mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von dem Priorat der Benediktiner ist nichts übrig geblieben, das im 12. Jahrhundert vermutlich verschwand. Der Standort war über einen längeren Zeitraum bewohnt. Der Bau der Kirche begann am Ende des 12. Jahrhunderts. Allerdings erschien der Name des Dorfes erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts in der Schreibweise Bessia (1310): Das Wort stammt aus dem okzitanischen Wort bessa, das einen Birkenwald bezeichnet, und hat selbst seinen Ursprung im gallischen Wort °bettia mit Wurzeln im Keltischen, welche in das lateinische betulla (deutsch Birke) weitergegeben wurde. Nach manchen Transformationen führte es zum okzitanischen betol und zum altfranzösischen boul und schließlich zu bouleau (deutsch Birke).[5]
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zeugen zahlreiche Cromlechs rund um das Dorf von einer keltischen Zivilisation, die dank ihrer Beherrschung der Eisenmetallurgie florierte. Es gab zahlreiche Schmieden, die mit Holzkohle, Wasser und reichlich Eisenerz befeuert wurden.
Dieser metallurgische Reichtum hielt bis in die gallorömische Zeit an. Die Römerstraße verband das Tal mit der nahegelegenen Römerstraße Cahors-Périgueux-La Rochelle.
Nach den Verwüstungen durch Epidemien und Kriege stand das Dorf unter dem Schutz der Seigneurs von Besse, die nach dem Hundertjährigen Krieg im frühen 16. Jahrhundert die Burg erbauten. Metallurgie und Forstwirtschaft blieben bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sehr wichtige Wirtschaftszweige.
Die Eisenbahn und die Landflucht haben die Lebensweise und die Bevölkerung der Gemeinde tiefgreifend verändert. Die Forstwirtschaft bleibt eine sehr wichtige Tätigkeit und wird mit gemischter Landwirtschaft (Kastanien, Erdbeeren, Mais usw.) kombiniert, die mit der Viehzucht (Enten, Gänse, Rinder, Schafe) verbunden ist. Diese traditionellen Aktivitäten werden heute durch die Entwicklung des Tourismus (gîtes ruraux) und die Ansiedlung von Handwerkern in der Gemeinde ergänzt.[6]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Besse: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 560 | |||
| 1800 | 471 | |||
| 1806 | 587 | |||
| 1821 | 525 | |||
| 1831 | 638 | |||
| 1836 | 618 | |||
| 1841 | 636 | |||
| 1846 | 690 | |||
| 1851 | 662 | |||
| 1856 | 629 | |||
| 1861 | 622 | |||
| 1866 | 576 | |||
| 1872 | 596 | |||
| 1876 | 519 | |||
| 1881 | 586 | |||
| 1886 | 520 | |||
| 1891 | 456 | |||
| 1896 | 472 | |||
| 1901 | 443 | |||
| 1906 | 422 | |||
| 1911 | 359 | |||
| 1921 | 319 | |||
| 1926 | 283 | |||
| 1931 | 266 | |||
| 1936 | 258 | |||
| 1946 | 263 | |||
| 1954 | 222 | |||
| 1962 | 211 | |||
| 1968 | 191 | |||
| 1975 | 207 | |||
| 1982 | 183 | |||
| 1990 | 171 | |||
| 1999 | 163 | |||
| 2006 | 152 | |||
| 2013 | 156 | |||
| 2020 | 163 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kirche Saint-Martin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sonstige
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Das heutige Schloss von Besse wurde im 16. Jahrhundert erbaut und ab 1616 restauriert und erweitert. Die Residenz ist um einen quadratischen Innenhof angeordnet. Zwei runde Türme säumen die Ostmauer, in die sich das Torhaus öffnet. Gegenüber befindet sich ein großes Hauptgebäude, das von zwei Pavillons unterbrochen wird. Der Komplex besteht außerdem aus Wirtschaftsgebäuden und Ringmauern, die das Gebäude mit der Ostseite verbinden. Schließlich erstrecken sich zwei große Terrassen mit ihren Mauern vom Gebäude nach Osten. Es ist seit 2012 als Monument historique eingeschrieben.[11]
- Dolmen und Cromlech bestehend aus 13 Steinen (12 Ringsteine, 1 Zentralstein)
-
Kirche Saint-Martin
-
Schloss von Besse
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 71 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Besse erwerbstätig, entsprechend 81,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 7 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2019 (13). Die Arbeitslosenquote sank von 17,3 % (2016) auf 10,1 % (2022).[12]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]13 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Besse wirtschaftlich aktiv:[12]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 13 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 4 | 30,8 % |
| Baugewerbe | 4 | 30,8 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 3 | 23,1 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 1 | 7,7 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 1 | 7,7 % |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Geflügelzucht.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 27 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, auf 19 im Jahr 2010 und erhöhte sich auf 25 im Jahr 2020. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche hingegen vergrößerte sich von 448 Hektar im Jahre 1988 auf 502 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 16,6 Hektar auf 20,1 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Besse liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 60 mit überörtlicher Bedeutung verläuft parallel zur Grenze der westlichen Nachbargemeinden Prats-du-Périgord und Saint-Cernin-de-l’Herm. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Thorsten Droste: Périgord. Dordognetal und Quercy – Die Landschaften im Herzen Südwestfrankreichs. DuMont, Köln 1997, ISBN 3-7701-4003-6, S. 185.
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 16. Oktober 2024 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, 11. Dezember 2020, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seiten 55–56
- ↑ Histoire. Gemeinde Besses, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Notice Communale Besse. EHESS, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Besse (24039). INSEE, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Besse (24039). INSEE, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Besse (24039). INSEE, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Château de Besse in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ a b Dossier complet Commune de Besse (24039). INSEE, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Besse. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Oktober 2025 (französisch).
