Alois von Saar
Alois von Saar (getauft am 15. Mai 1779 in Traiskirchen, Niederösterreich; † 24. Februar 1861 in Wien) war ein österreichischer Maler, Lithograf und Graveur. Er war vor allem als Landschafts- und Architekturmaler erfolgreich und schuf zahlreiche Veduten von verschiedenen Orten der Habsburgermonarchie.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Über das Leben des Alois von Saar sind nur wenige Details bekannt. Alexander Patuzzi erwähnte in seiner 1865 erschienenen Geschichte Oesterreichs neben Alois auch einen Alexander von Saar aus Traiskirchen.[1] Dieser Umstand und die Abkürzung des Namens zu Al. in zeitgenössischen Kunstkatalogen könne, wie Constantin von Wurzbach in seinem Biographischen Lexikon des Kaiserthums Oesterreich anmerkte, zu Verwechslungen führen. Nicht zuletzt deshalb wird zeitweise das falsche Geburtsjahr 1799 angeführt.[2]
Alois von Saar wurde am 15. Mai 1779 in der Pfarre Traiskirchen auf den Namen Aloysius getauft.[3] Durch die Nobilitierung seines Vaters, des Sattelknechtes Johann Adalbert, erhielt er 1793 den Adelsstand, er ist mit dem Schriftsteller Ferdinand von Saar, dem Bergsteiger und Chirurgen Günther von Saar und dem Miniaturmaler Karl von Saar (1797–1853) verwandt.[4] Seine Ausbildung erhielt er an der Akademie der bildenden Künste Wien. Während er die meisten seiner heute bekannten Werke anfertigte, war er von 1830 bis 1838 Graveur am k. k. lithographischen Institut des Katasteramtes.[5] Er starb 1861 im Haus Mariahilfer Straße 45 (Raimundhof, „Zum goldenen Hirschen“) in Wien-Mariahilf.[6]
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alois von Saar malte vor allem Landschafts- und Architekturbilder und bevorzugte die Technik Öl auf Leinwand. Laut Georg Kaspar Nagler lieferte er zahlreiche Werke, die zu „den besten ihrer Art“ gehören. Er besitze „gründliche Kenntnisse in Perspektive, einen glücklichen Farbensinn und grosse Meisterschaft im Vortrage“. Anfangs kopierte Saar Meister alter und neuer Schule, zunächst vor allem Franz Ludwig Catel, von ihm etwa Ansichten der Kathedrale von Amalfi und von Chiaia. Von seinen Originalarbeiten hob Nagler verschiedene Ansichten nach der Natur hervor und rühmte als „besonders gelungen“ eine Folge von vier Bildern, welche Die Tageszeiten darstellen, die von Saar auch in kleinerem Format wiederholt wurde.[7] Neben seiner Wahlheimat Wien porträtierte er unter anderem die Städte Brünn, Graz, Ofen-Pest, Prag, Verona und Warschau.
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Ofen mit Blocksberg
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Ansicht von Prag mit der Moldaubrücke
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Die befestigte Stadt Verona
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Paar in Landschaft
Alois von Saar präsentierte seine Werke erstmals 1813 im Rahmen einer akademischen Ausstellung der Öffentlichkeit. Die ersten gezeigten Gemälde waren Ein vom Monde und Feuer beleuchteter Fluß und Eine Ansicht auf ein fernes Gebirge.[8] In den folgenden Jahren und Jahrzehnten stellte er regelmäßig aus, etwa 1816 fünf Ansichten aus dem Garten des Grafen von Aspremont zu Rowine im Trencsiner Comitate oder 1828 vier Panoramatische Ansichten Wiens, die zusammen ein abgeschlossenes Panorama bilden.[2] Kaiserin Karoline Auguste soll drei seiner Ansichten von Prag, Brünn und Pest besessen haben.[7] Seine Ölgemälde und Aquarelle wurden und werden im Kunsthistorischen Museum, im Historischen Museum der Stadt Wien und in der Österreichischen Galerie Belvedere aufbewahrt.[5][8][9]
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1828: Ofen mit Blocksberg. Öl auf Leinwand, 79 × 149 cm.
- 1829: Graz mit Schloßberg. Öl auf Leinwand, 84,5 × 143,5 cm.
- 1831: Ansicht von Prag mit der Moldaubrücke. Öl auf Leinwand, 63 × 95 cm.
- 1831: Südliche Hafenstadt. Öl auf Leinwand, 67 × 153 × 2,5 cm.
- 1831: Die befestigte Stadt Verona. Öl auf Leinwand, 67,5 × 153 cm.
- 1833: Blick vom Fleischmarkt in die Köllnerhofgasse. Öl auf Leinwand, 39,5 × 29 cm.
Undatiert
- Prager Burg – Hradschin. Öl auf Leinwand, 63 × 95 × 2,5 cm.
- Brünn mit Spielberg. Öl auf Leinwand, 82 × 148 cm.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Saar, Alois von. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 29: Rosa–Scheffauer. E. A. Seemann, Leipzig 1935, S. 278 (biblos.pk.edu.pl).
- Constantin von Wurzbach: Saar, Alois von. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 28. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1874, S. 2 (Digitalisat).
- Gerbert Frodl: Wiener Malerei der Biedermeierzeit. Rosenheimer Verlagshaus, Rosenheim 1987, S. 259.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alois von Saar im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- Alois von Saar auf der Website des Belvedere
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Alexander Patuzzi: Geschichte Oesterreichs. Band 2. Wenedkit, Wien 1865, S. 342.
- ↑ a b Constantin von Wurzbach: Saar, Alois von. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 28. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1874, S. 2 (Digitalisat).
- ↑ Taufbuch der Pfarre Traiskirchen 1763–1823. Matricula, abgerufen am 31. Dezember 2025.
- ↑ O. Maass’ Söhne (Hrsg.): Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser Österreichs. Band 4. Wien 1905, S. 396.
- ↑ a b Saar, Alois von. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 29: Rosa–Scheffauer. E. A. Seemann, Leipzig 1935, S. 278 (biblos.pk.edu.pl).
- ↑ Alois von Saar im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- ↑ a b Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten aus dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. Band 14. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1845, S. 120 (uni-weimar.de).
- ↑ a b Gerbert Frodl: Wiener Malerei der Biedermeierzeit. Rosenheimer Verlagshaus, Rosenheim 1987, S. 259.
- ↑ Werke von: Alois von Saar. Belvedere, abgerufen am 31. Dezember 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Saar, Alois von |
| ALTERNATIVNAMEN | Saar, Alois |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Maler, Lithograf und Graveur |
| GEBURTSDATUM | getauft 15. Mai 1779 |
| GEBURTSORT | Traiskirchen |
| STERBEDATUM | 24. Februar 1861 |
| STERBEORT | Wien |